Externe Quellen
Marktinformationen zur Unterstützung der Einkaufsentscheidung
Zur Absicherung von Entscheidungen im Wareneinkauf leisten Informationen aus den verschiedensten Beobachtungsfeldern einen wesentlichen Beitrag. Innerbetriebliche Einflussfaktoren sind hier ebenso relevant wie absatzmarktbezogene, konkurrenzbezogene und beschaffungsorientierte Einflussgrößen. Als Basis für seine Einkaufsentscheidungen benötigt der Handelseinkäufer somit nicht nur die warenwirtschaftlichen Informationen aus dem Unternehmen selbst (interne Quellen, Kennzahlen), sondern auch vielfältige Umfeld- und Marktinformationen (externe Quellen).
1 Was sind, was leisten externe Informationen?
Die zutreffende Einschätzung der Marktfähigkeit von Produkten und Sortimenten ist die zentrale Aufgabe des Einkaufsverantwortlichen. Informationen zum Kriterium Marktfähigkeit zu gewinnen, diese Informationen zu analysieren und zu bewerten, ist ein bedeutender Teilkomplex innerhalb des Funktionsbereichs Einkauf. Es geht dabei um die sorgfältige Beobachtung einer ganzen Reihe exogener Beschaffungskonstellationen (siehe Beschaffungsmarktbedingungen).
Nicht nur müssen die für den operativen Einkauf unmittelbar relevanten Bezugsquellen- und Lieferanteninformationen verfügbar sein, vielmehr erstreckt sich der Informationsbedarf auf mannigfaltige weitere Felder und Objekte sowohl aus der Mikroumwelt des Unternehmens (z. B. standort- und konkurrenzbezogene Einflussgrößen) wie auch aus der Makroumwelt (z. B. gesamtwirtschaftliche und technologische Entwicklungen).
Für die Suche nach optimalen Sortimentsentscheidungen, seien sie im Rahmen des vorhandenen Geschäftsfeldes oder auch zur Vorbereitung eines Vorstoßes in neue Betätigungsfelder zu treffen, sind zielführende externe Informationen unerlässlich. Durch sie kann die notwendige Markttransparenz hergestellt und damit eine objektivierte Entscheidungsfindung ermöglicht werden.
2 Effizienz der Informationsversorgung
Der Informationsbedarf des Einzelhandelsbetriebes wird allgemein als komplex bezeichnet, da der Einzelhändler - wenn er ein breites und tiefes Sortiment anbietet - sich auf verschiedenste Konsumgüterbranchen verstehen und in den relevanten Marktfeldern jeweils sowohl beschaffungs- als auch absatzseitig operieren muss.
Fragestellungen, die gerade im Bereich externer Informationsversorgung auftreten, betreffen
• die Definition des betrieblichen Informationsbedarfs,
• die Auswahl der Untersuchungsobjekte und der Informationsquellen,
• die Methoden und Techniken der Informationsbeschaffung,
• die Aufbereitung der gesammelten Daten,
• die Bewertung und innerbetriebliche Bereitstellung der Informationen.
Angesichts der – vor allem IT-gestützt – ständig wachsenden Informationsflut besteht für den Einkaufsverantwortlichen im Handelsbetrieb die zwingende Notwendigkeit, eine Balance zwischen Überforderung (information overload) und effizienter, bedarfs- und zielorientierter Informationsverfügbarkeit zu schaffen.
3 Fazit
Für den marktorientierten Einkauf müssen geeignete Informationen verfügbar gemacht werden, die den Entscheidungsprozess unterstützen. Unternehmensexterne Daten aus dem Makro- und dem Mikroumfeld ergänzen dabei die betriebsinternen Informationen. Externe Datenquellen sind in immer größerer Menge und in immer schnellerem Wechsel auf dem Markt. Die Unübersichtlichkeit des Informationsaufkommens macht die Auswahl zunehmend schwierig. Als Grundsatz muss gelten: nicht maximierte, sondern optimierte Informationsversorgung.
