Beschaffungsmarkt-Bedingungen
Focus auf Lieferanten, Märkte, Waren und Preise
Für den Handelseinkäufer stellt ein präzises und umfassendes Wissen über die Gesamtheit der Beschaffungsmarktkonstellationen das elementare Rüstzeug für eine erfolgreiche Tätigkeit dar. Zielführende Entscheidungen im Einkauf können nur auf der Grundlage ausreichender Informationen über Produkte und Produktalternativen, über Beschaffungswege und Bezugsquellen, über Lieferanten und Lieferantenleistungen getroffen werden.
1 Externe Quellen flankieren interne Datenbasis
Jeder Handelsbetrieb verfügt aus seiner bisherigen Einkaufstätigkeit über einen Grundstock selbst geführter Unterlagen zu Bezugsquellen und Lieferanten sowie zum Wareneinkaufsprozess. Solche intern vorliegenden Quellen stellen eine Informationsbasis dar, die es systematisch zu nutzen, je nach Aufbereitungsqualität und Zugriffsmöglichkeit zu optimieren und über neue externe Daten kontinuierlich auszubauen gilt. Grundsätzlich handelt es sich bei Informationen zu den Beschaffungsmarktkonstellationen überwiegend um unternehmensextern zu beschaffende Daten.
2 Lieferanteninformationen im Mittelpunkt
Der Beschaffungsprozess umfasst eine Vielzahl an Teilaufgaben, zu deren Realisierung (auch) unternehmensexterne Informationen heranzuziehen sind. In welchem Umfang dies erforderlich wird, hängt dabei immer vom konkreten Entscheidungsproblem ab. Grundsätzlich sind externe Informationen in allen Phasen des Beschaffungsprozesses relevant, bei der
• Sortiments- und Produktplanung,
• Preis-, Bestellmengen- und Zeitplanung,
• Bezugswege- und Bezugsquellenwahl,
• Lieferantenauswahl.
In bestimmten Elementen des Wareneinkaufs sind die Marktkonstellationen so beschaffen, dass sie von einem einzelnen Unternehmen nicht aktiv gesteuert oder beeinflusst werden können. Dies gilt vor allen Dingen für die Beschaffungsmärkte, auf denen der Handelsbetrieb agiert. Hinsichtlich anderer Aufgabenelemente sind die betrieblichen Rahmenvorgaben für den Einkaufsverantwortlichen so klar umrissen, dass von daher seinem Handlungsspielraum Grenzen gesetzt sind. Ein Beispiel hierfür ist die sortimentsstrategische Ausrichtung des Unternehmens. In diesen Fällen obliegt dem Einkäufer in erster Linie die Beobachtung der Beschaffungsmärkte, Lieferanten und Produkte im Hinblick auf Veränderungen, neue Entwicklungen und Trends, die Grundlage für alternative Einkaufsentscheidungen sein können.
Im Zentrum der Informationsrecherche des Einkaufs steht auf der Basis der Sortimentspolitik, gleichzeitig in starker Interdependenz zu ihr, die Lieferantenseite.
3 Fazit
Im Prozess der Warenbeschaffung sind unternehmensexterne Informationen notwendig, um umfassende, objektive und aktuelle Grundlagen für die Willensbildung im Hinblick auf Planung und Entscheidung verfügbar zu haben. Die Prüfungsintensität hinsichtlich relevanter Sachverhalte ist einzelfallabhängig zu sehen.
