Höchstlagerverfahren

Exakte Methode für größere Betriebe

Beim Höchstlagerverfahren, das vor allem im Textilhandel eingesetzt wird, kommt neben den im Artikel zur einfachen Limitplanung erwähnten Daten als zusätzliche Planungsgröße der monatliche Lagerbestand hinzu. Der Begriff Höchstlager bezeichnet dabei das Soll-Lager am Ende eines Monats, das nicht überschritten werden soll. Anders als bei der einfachen Limitplanung wird hier das monatliche Warenangebot geplant und nicht primär der Wareneingang.

1 Vorgehensweise
Die für die Planung notwendigen Größen sind:
• die monatlichen Umsätze der Planungsperiode,
• die zu erzielende Spanne,
• der Soll-Lagerumschlag,
• die monatlichen Planbestände,
• die Soll-Vororderquote,
• der Warenanfangsbestand.

Im folgenden Beispiel werden folgende Größen vorgegeben:
Umsatz einschl. MwSt.: 180.000 Euro
Lagerumschlag: 3,0 mal
Durchschnittliches Warenlager zu Verkaufspreisen: 60.000 Euro
Erzielte Spanne: 49 % v. Umsatz

Die ersten Plan-Daten sind eingetragen – u.a. der Plan-Umsatz einschließlich Mehrwertsteuer und die geplanten Lagerbestände zu jedem Monatsende zu Verkaufspreisen. Das durchschnittliche Warenlager wird mit 60.000 Euro berechnet. Das effektive Anfangslager liegt bei 50.000 Euro. Um auf den Einkaufswert ohne Mehrwertsteuer zu kommen, wird das jeweilige Gesamt-Limit mit der erzielten Spanne in Prozent vom Umsatz heruntergerechnet.

Für den ersten Planungsmonat wird ein Endlager von 66.000 Euro berechnet. Da das Anfangslager jedoch nur 50.000 Euro beträgt, muss das Lager um 16.000 Euro aufgestockt werden. Der Plan-Umsatz wird mit 20.000 Euro vorgegeben, so dass insgesamt das Limit zu VK-Preisen 36.000 Euro ausmacht. Nach Abzug der Spanne von 49 % v. U. verbleibt ein Einkaufsvolumen zu Einkaufspreisen in Höhe von 18.360 Euro. Eine Limit-Reserve ist nicht vorgesehen.

Im zweiten Planungsmonat liegt das Endlager mit 81.000 Euro wiederum über dem geplanten Anfangslager von 66.000 Euro, so dass der Lageranbau von 15.000 und der geplante Monatsumsatz von 35.000 Euro ein Gesamt-Limit von 50.000 Euro betragen. Nach Abzug der Spanne errechnet sich ein Einkauf in Höhe von 25.500 Euro. Erstmalig wird eine Limit-Reserve von 20 % oder 5.100 Euro berücksichtigt; das Einkaufsvolumen liegt folglich bei 20.400 Euro.

In der dritten Übersicht wird die gesamte Planungsperiode zahlenmäßig eingetragen. In der letzten Spalte wird die Gesamtsaison dargestellt. Der Umsatz wird mit 180.000 Euro geplant. Das Gesamt-Limit beträgt 172.000 Euro, so dass ein Lagerabbau von 8.000 Euro (zu VK-Preisen) angestrebt wird. Das Einkaufsvolumen zu Einkaufspreisen in Höhe von 87.720 Euro wird zu 71 Prozent (= 62.092 Euro) sofort freigegeben, während 29 Prozent (= 25.628 Euro) zunächst in die Limit-Reserve wandern.

Wenn sich eine Planungsgröße verändert, dann muss die Einkaufsplanung korrigiert werden. Dies betrifft nicht nur den Plan-Umsatz, sondern auch die Verschiebung bzw. Abweichung von den Lieferterminen. Bei geringer Verzögerung seitens der Lieferanten erfolgt keine Korrektur, wenn die Lieferbereitschaft gegeben ist.

2 Fazit
Das Höchstlagerverfahren wird hauptsächlich in Textilhäusern angewendet. Seine Vorteile liegen in dem sehr genauen Verfahren, der vollen Berücksichtigung der saisonalen Schwankungen und der zielgerichteten Ordervergabe. Die Nachteile sind zu sehen in den notwendigen und umfassenden Statistiken, in der Schwierigkeit der praktischen Umsetzung und in seiner Eignung nur für größere Betriebe bzw. Wareneingangsvolumina.

Einen direkten Vergleich der verschiedenen Verfahren der Limitberechnung bietet die folgende Übersicht:

Vergleich der verschiedenen Verfahren der Limitberechnung


Innerhalb der dargestellten Verfahren gibt es im Wesentlichen drei unterschiedliche Berechnungsmethoden - je nachdem, ob primär mit Einkaufs- oder Verkaufswerten gearbeitet wird und ob die Preisänderungen zusätzlich geplant werden oder nicht.






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