| geographische
Lebensumfeld der Kunden im Visier
Ein Gliederungsansatz von Zielgruppen wird meist vernachlässigt: die Segmentierung nach geographischen Gesichtspunkten. Dabei geht es beispielsweise darum, wie groß ein Einzugsgebiet ist, welche Kaufkraft zur Verfügung steht und wie sich das Lebensumfeld der Kunden gestaltet.
1 Schichtenzugehörigkeit als Kriterium Zahlreiche kommerzielle Anbieter bieten geo-demographische Daten an. Von Interesse für den Einzelhandel sind in erster Linie Informationen, die Aussagen zur Wahl der Produkte sowie der Einkaufsstätte zulassen. Die soziale Segregation nach Schichtenzugehörigkeit wird in den Vordergrund gestellt, wobei davon ausgegangen wird, dass in Nachbarschaft lebende Haushalte homogene Einheiten bilden. Ist die lokale Kundenstruktur bekannt, können die notwendigen Marketingaktivitäten hinsichtlich Sortiment, Preis und Werbung darauf abgestellt werden.
2 Mosaic-Typologien Eine vielbeachtete mikrogeographische Segmentierung, die allerdings auch nicht frei von Kritik ist, bietet die Mosaic-Studie von CCN, die folgende Grobgruppen und Feincluster unterscheidet:
| Grobgruppen |
Feincluster |
Bev.- Anteil |
Wohlhabende, gut- situierte Städter |
Gutsituierte, ältere Städter Solide städtische Familien der Mittelschicht Solide ältere Städter der Mittelschicht Junge und wohlhabende städtische Familien |
2,9% 2,5% 1,8% 1,9% |
Junge, gutsituierte Städter |
Junge aktive Städter Junge gutbürgerliche Städter Junge Städter in individuellen Altbauten Junge erfolgreiche Städter |
2,4% 1,8% 1,5% 1,5% |
Weniger wohlhabende städtische Gebiete |
Städtische Normalbürger an lebhaften Straßen Einfache Vorkriegsbauten mit jungen Leuten Einfache Nachkriegsbauten mit jungen Leuten Städtische Normalbürger in individuellen Altbauten Ältere Städter in einfachen Wohnungen Junge Städter in schlichten Wohnungen, zentral und verkehrsreich |
1,9% 1,8% 2,2% 3,9% 3,5%
2,8% |
Einfache Gebiete in Großstädten |
Jüngere Großstädter in einfachen Wohnungen Der großstädtische Normalbürger Junge Städter in Vororten Ältere Arbeiter in verkehrsreichen Gegenden Bewohner gepflegter Hochhäuser Bewohner weniger gepflegter Hochhäuser |
4,3% 3,9% 2,7% 2,6% 1,5% 1,3% |
Städtische Vorort- siedlungen |
Einfache Wohnungen in ruhiger Lage Städter mittleren Alters in Standardhäusern an Ausfallstraßen Familien in attraktiven, gewachsenen Vororten Senioren in älteren Standardhäusern am Ortsrand |
3,4%
2,1% 1,8% 2,6% |
Wohlhabende Kleinstädter |
Wohlhabende Kleinstädter in individuellen Häusern Familien in kleinstädtischen gehobenen Vororten |
2,3% 2,9% |
Weniger wohlhaben- de Kleinstädter |
Kleinstädtische, bürgerliche Vororte Junge Kleinstädter in durchschnittlichen Wohnungen Familien in älteren, ländlich-kleinstädtischen Häusern |
4,0% 2,6%
4,2% |
Siedlungen mit dörf- lichem Charakter |
Ältere Dorfbewohner in älteren Häusern Klassisch-ländlische Familien Junge Leute in ruhigen, dörflich-kleinstädtischen Vororten Dörfliches Bürgertum in exklusiven Wohnanlagen |
3,0% 4,3%
3,5% 0,6% |
Landbewohner aus einfachen Verhält- nissen |
Senioren in alten kleinstädtischen Siedlungen Dorfbewohner/Kleinstädter an Ausfallstraßen Dorfbewohner/Kleinstädter in ruhiger Wohnlage Altbauten in verkehrsreichen Dorf-/Stadtkern |
4,5% 3,0% 4,0% 2,5% |
(Quelle: Schmitz, Claudius A.: Einkaufsverhalten im Handel, 1996, Verlag Franz Vahlen)
3 Fazit Die geographischen Segmentierungskriterien rufen auch Kritiker auf den Plan, die die Annahme in Frage stellen, dass jeder Bundesbürger dort wohnen soll, wo er nach seiner Schichtzugehörigkeit eigentlich wohnen müsste. Dies ist eine Annahme, die häufig nicht zutrifft. |
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