Standorttypen
Makro- versus Mikroperspektive
Die Qualität eines Standortes ist für den Erfolg eines Einzelhandelsgeschäftes von grundlegender Bedeutung. Je nach Standorttyp schwankt das Qualitätsniveau. Wichtig ist für einen Einzelhändler, dass der Standorttyp dem eigenen Anspruch und dem der Zielgruppe gerecht wird.
1 Klassifizierungsmöglichkeiten
Im Einzelhandel existieren unterschiedliche Typen von Standorten. Eine Klassifizierung kann dabei – je nach Blickrichtung – nach unterschiedlichen räumlichen Gesichtspunkten erfolgen. Hierbei wird meist der Ansatz verfolgt, Lage-Charakteristika von Einzelhandelsstandorten für eine Einteilung heranzuziehen. Ein gängiges Beispiel hierfür ist das häufig diskutierte Spannungsfeld zwischen dem Standorttyp der Grünen Wiese auf der einen und den Innenstädten auf der anderen Seite.
Darüber hinaus existieren jedoch auch andere Klassifizierungsmöglichkeiten. Begriffe wie zum Beispiel „Standortagglomeration“ oder auch eher planungsrechtliche Einteilungen von Standorten in Kerngebiete (in Innenstädten) und SO-Gebiete (für großflächigen Einzelhandel in meist peripheren Lagen) machen dies deutlich.
Um eine Orientierung zu geben, wird im Folgenden eine Einteilung in Makro- und Mikrostandorte vorgenommen. Diese Sichtweise ist leicht vollziehbar, denn sie richtet sich nach dem räumlichen Prinzip von „groß“ zu „klein“. Darüber hinaus soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass es für die richtige Standortwahl eines Geschäftes Fragestellungen zu beantworten gilt, die mit der Stadt als solcher aber auch mit Aspekten auf Straßenzugebene – die in ihren Auswirkungen häufig unterschätzt werden - zu tun haben.
2 Relevanz des Standorttyps Innenstadt
Für viele Einzelhändler ist der Standort Innenstadt ein besonders wichtiges Themenfeld, da hier insbesondere die mittelständischen Anbieter ihren Standort haben. Die Ergebnisse bundesweiter Marktforschung lassen erkennen, dass die Entwicklungsperspektiven von Innenstädten als Versorgungsstandorte vorrangig in drei Bereichen angesiedelt sind. Es handelt sich hierbei um die Marktsegmente
- beratungsintensiver Einkauf,
- serviceintensiver Einkauf und vor allem
- erlebnisorientierter Einkauf.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass für die Konsumenten die Möglichkeit der Vorgangskoppelung - zum Beispiel Besuch von Arzt, Café oder Verwaltung mit anschließendem Einkaufsvorgang - eine wesentliche Voraussetzung für das Aufsuchen einer Innenstadt darstellt. Die kundenseitige Akzeptanz von Innenstädten als Versorgungsstandorte wird demzufolge wesentlich von deren Multifunktionalität und Aufenthaltsqualität bestimmt.
3 Kontrollfragen für den Einzelbetrieb
Jeder Einzelhandelsbetrieb muss sich vor dem Hintergrund der obigen Ausführungen grundlegende Fragen stellen, die anhand der nachfolgenden Checkliste beleuchtet werden können:
4 Fazit
Erkenntnisse über Standorttypen und deren Charakteristika zu gewinnen, ist für einen Einzelhändler sehr hilfreich, um Fragen der dargestellten Art beantworten zu können. Der gewählte Weg, Standorttypen über die Begriffe Makro- und Mikrostandort transparent zu machen, kann daher konkrete Hilfestellung für wichtige Kontrollfragen im Einzelhandel geben.
