Standortanalysen

Markt- und Städtebau-Aspekte relevant

Dem Thema Standort widmen sich unterschiedliche Arten von Analysen. Je nachdem, welcher Standortaspekt von Bedeutung ist, können unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Den marktseitigen Aspekten dienen Branchen-, Wettbewerbs- und Objektanalysen, aber auch Verkehrsanalysen, die sich mit Fragen der Erreichbarkeit befassen. Mit städtebaulichen Fragestellungen – zum Beispiel in Bezug auf die Zentrenverträglichkeit neuer Einzelhandelsprojekte – beschäftigen sich hingegen Auswirkungsanalysen.

1 Komplexe Methoden
Analysen zum Thema Standort dienen in der Regel der Durchleuchtung komplexer Zusammenhänge, die durch reine Plausibilitätsüberlegungen nicht beantwortet werden können. So liegt es auf der Hand, dass zum Beispiel bei einer Auswirkungsanalyse eine wichtige Frage darin zu sehen ist, ob durch die Ansiedlung eines neuen Einkaufszentrums in einer Stadt ein echter Funktionszuwachs für die Standortkommune erzielt oder ob hierdurch eher eine Verlagerungstendenz oder gar die Verdrängung bereits ansässiger Betriebe ausgelöst wird.

Methodisch können Standortanalysen ein insgesamt breites Spektrum von Instrumenten umfassen. In der Regel spielen dabei Vor-Ort-Recherchen eine wichtige Rolle; dies insbesondere deshalb, weil im Bereich Einzelhandel verwertbare statistische Sekundärquellen aufgrund der hohen Entwicklungsdynamik im Einzelhandel entweder gar nicht existieren oder als veraltet eingestuft werden müssen. So liefern Daten der letzten bundesweit durchgeführten Handels- und Gaststättenzählung (Jahr 1993) für die Beantwortung bestimmter Fragen keine hinreichend aktuelle Basis.

Schon deshalb entsteht die Notwendigkeit, aktuelle und umfangreiche Daten durch konkrete Vor-Ort-Recherchen zu erheben. Dies beinhaltet vor allem den aktuellen Besatz mit Einzelhandelsflächen im Betrachtungsraum. Standortanalysen heben hier meist darauf ab, durch Inaugenscheinnahme zu überprüfen, welche Einzelhandelsbetriebe mit welchem Sortiment an welchem Standort ansässig sind. Diese Daten versetzen die Analytiker in die Lage, sich ein differenziertes Bild über die Marktverhältnisse zu machen.

Weitere für Standortanalysen eingesetzte Methoden stellen zum Beispiel Kunden- und Einzelhändlerbefragungen, Experteninterviews etc. dar.

2 Potenzielle Auftraggeber
Standortanalysen werden sowohl von öffentlicher wie auch von privater Seite in Auftrag gegeben. Auf privater Seite dienen sie häufig einer Entscheidungsvorbereitung für potenzielle Investoren, ob diese zum Beispiel die Idee für die Errichtung eines neuen Einkaufszentrums weiterverfolgen sollen. Dies wird in der Regel dazu führen, dass eine zu diesem Zweck in Auftrag gegebene Standortanalyse die Standortfaktoren detailliert beleuchtet und – hierauf aufbauend – die Marktchancen einschätzt.

Darüber hinaus werden Standortanalysen auch von Städten oder Gemeinden in Auftrag gegeben. Etwa dann, wenn überprüft werden soll, wo man im Einzelhandel steht und wie etwaige Entwicklungsspielräume beschaffen sind. Solche Analysen, die oft in einen ausgedehnten Empfehlungsteil münden, sollen meist eine Grundlage für eine Attraktivitätssteigerung einer Stadt in ihrer Eigenschaft als Einzelhandelsstandort liefern.

3 Fazit
Die Methoden, die zur Standortanalyse eingesetzt werden, sind vielfältig. Sie erlauben es, Standorte zu beurteilen sowie aktuelle und zukünftige Marktpotenziale einzuschätzen






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