Sortimentskontrolle

Rentabilitäts-Check für den Warenbestand

Ein Einzelhändler muss sein komplettes Sortiment regelmäßig dahingehend überprüfen, ob es noch die Planvorgaben bezüglich verschiedener Kennziffern - wie zum Beispiel Umsatz, Handelsspanne oder Deckungsbeitrag - erfüllt und rentabel ist.

1 Bestimmung der Rentabilitätsfaktoren
Den wirtschaftlichen Erfolg eines Sortimentes bestimmen zahlreiche Einzelfaktoren, wie die folgende Abbildung verdeutlicht:

Einflussfaktoren auf die Sortimentsrentabilität

Um potenziellen Entwicklungen, die die Rentabilität gefährden, rechtzeitig entgegenwirken zu können, bedarf es einer permanenten Positionsbestimmung in Form eines planungsbezogenen Soll-/Ist-Vergleiches, bei dem die einzelnen Erfolgsgrößen laufend überwacht werden. Insofern bezieht sich die Sortimentskontrolle vor allem auf folgende Bereiche:

Umsatzkontrolle - Waren-/Artikelgruppe
  - Preisgruppe
  - Farben, Formen, Größen
  - Verbundkäufe
   
Bestandskontrolle - Sortierung
 

- Wareneingang

  - Altersstruktur
  - Lagerumschlag
  - Warenpräsentation
   
Kalkulationskontrolle - Eingangsspanne
  - Preisänderung
  - Erzielte Spanne
   
Kostenkontrolle - Personalproduktivität
  - Flächenprduktivität
  - Aktionskontrolle


2 Sammlung der Sortimentsdaten
Sofern es sich nicht um sehr kleine und überschaubare Sortimente handelt, bei denen die Kontrollaufgaben möglicherweise noch mit Hilfe manueller Statistiken zu bewerkstelligen sind, ist heutzutage aufgrund der zunehmend geforderten Aktualität und Detailgenauigkeit der Daten eine Unterstützung durch EDV-basierte Warenwirtschaftssysteme notwendig.

Durch die automatisierte Bestandsführung und die Protokollierung sämtlicher Warenbewegungen (Was? Wann? Wo?) lassen sich die wesentlichen Geschäftsfelder eines Handelsbetriebes (Einkauf, Verkauf, Lagerhaltung) schnell und umfassend zahlenmäßig abbilden, so dass manuelle Bestandsaufnahmen oder Statistiken weitestgehend entfallen. Bereitgestellt werden die vom Warenwirtschaftssystem aufbereiteten Daten in Form von Listen oder auch als Bildschirmauskunft. Möglich sind in der Regel:

3 Aufbau eines Frühwarnsystems
Neben einer formal sinnvollen Zusammenstellung und Aufbereitung der Daten sind bei der Sortimentskontrolle vor allem zwei Dimensionen zu differenzieren: Die Auswertungsebene und der Auswertungszeitraum.

So macht es einerseits wenig Sinn, regelmäßig einen „Zahlenfriedhof“ zu erzeugen, dessen interpretatorischer Wert allein aufgrund seiner Datenfülle quasi „gegen Null geht“. Andererseits muss die Sortimentskontrolle die Funktion eines Frühwarnsystems erfüllen, das im Bedarfsfall noch einen ausreichenden – sowohl zeitlichen wie auch finanziellen - Handlungsspielraum offen lässt. Von daher sollte bereits im Vorfeld ein geeignetes Kontroll- bzw. Berichtssystem installiert werden, dass den genannten Anforderungen gerecht wird.

Je nach Branche und betrieblichen Anforderungen kann ein entsprechender Auswertungsfahrplan folgendermaßen aussehen:

Auswertungsfahrplan Frühwarnsystem


Da aufgrund der hohen Komplexität zumindest partielle Planabweichungen eher die Regel als die Ausnahmen sind, gehört es mit zu den wichtigsten Aufgaben der Sortimentskontrolle, in diesen Fällen entsprechende Gegenmaßnahmen oder -strategien zu entwickeln, um die angestrebten Sortimentsziele möglichst dennoch zu erreichen.

Einen Katalog mit einem Raster für mögliche Maßnahmen für unterschiedliche Prämissen bezüglich Plan- und Bestandswerten zeigt beispielhaft die Übersicht.

Maßnahmenkatalog Sortimentskontrolle als PDF-Dokument

4 Fazit
Die Ausführungen haben gezeigt, dass die Sortimentskontrolle ein wesentliches Element innerhalb des sich stets wiederholenden Regelkreises der Sortimentssteuerung ist. Die abschließende Übersicht macht dies noch einmal deutlich:

Berekoven, L.: Erfolgreiches Einzelhandelsmarketing, 2.Aufl., 1995.
Barth, K.: Rentable Sortimente im Handel, 1980.
Möhlenbruch, D.: Sortimentspolitik im Einzelhandel – Planung und Steuerung, 1994.





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