Heizung

Wärme für Kunden und Mitarbeiter

Eine angenehme Raumtemperatur ist die Grundlage für eine positive Einkaufsatmosphäre im Laden. In der kühlen Jahreszeit wird von den Kunden ein beheiztes Ladenlokal erwartet. Ähnliches gilt auch für die Angestellten: Der Gesetzgeber schreibt in der Verordnung über Arbeitsstätten (ArbStättV) die Herstellung „gesundheitlich zuträglicher Raumtemperaturen“ durch den Arbeitgeber sogar vor. Somit müssen sämtliche Räume eines Betriebes (Verkaufsraum, Verwaltungsbüros, Lager, Personalräume) beheizbar sein.

1 Aufbau eines Heizsystems
Zentrale Heizsysteme lassen sich auf eine einfache Grundform zurückführen. Diese besteht aus dem Heizkessel, dem Wärmeverteilsystem sowie den Raumheizflächen. Häufig ist dem Heizkessel auch die Warmwasserbereitung zugeordnet. Im Heizkessel wird Brennstoffenergie in nutzbare Wärme umgesetzt und an das Kesselwasser übertragen. Moderne Kessel sind eine Funktionseinheit, bestehend aus dem Kesselkörper mit Wärmetauscherflächen, Brennraum und Wasserfüllung, dem Öl- oder Gasbrenner sowie der regeltechnischen Ausstattung.

Über das Wärmeverteilsystem gelangt temperiertes Kesselwasser zu den einzelnen Räumen. Notwendige Armaturen und Zusatzeinrichtungen wie Pumpen und Absperrschieber befinden sich meist in unmittelbarer Kesselumgebung und sind deshalb in der Regel als fertig konfektionierte Baugruppe angeschlossen.

Als sichtbarer Teil des Heizsystems sind Raumheizflächen nicht nur für eine gleichmäßige und angenehme Wärmeübertragung in den Raum verantwortlich, sie müssen auch ästhetischen und hygienischen Ansprüchen genügen. Raumheizflächen sind in der Regel entweder an der Wand in der Form von Heizkörpern installiert oder unsichtbar im Fußboden integriert.


(Quelle: www.buderus.de)

2 Wirtschaftliche Energieträger
Dominierende Brennstoffe sind Heizöl und Erdgas. Eine Entscheidung für Erdgas setzt entsprechende Anschlussmöglichkeiten voraus. Sind diese nicht gegeben, wird zumeist Heizöl zum Einsatz kommen. Alternativen hierzu sind Flüssiggas, Festbrennstoffe oder elektrischer Strom. Fernwärme hat regionale Bedeutung und ist häufig verbunden mit Anschlusszwang.

Moderne Zentralheizsysteme arbeiten mit Niedertemperaturtechnik (für Heizöl) oder Brennwertechnik (für Öl und Gas). Die Heizwassertemperatur wird witterungsabhängig über einen motorangetriebenen Mischer verändert. Den Zusammenhang zwischen Außen- und Heizwassertemperatur stellt die im Regelgerät einstellbare „Heizkurve“ her. Regelgeräte können wahlweise auf außentemperatur- bzw. raumtemperaturgeführt eingestellt werden. Mit Hilfe eines Fernwirksystems können Regelgeräte sogar per Laptop oder PC gesteuert werden. Die Überwachung und Feineinstellung der Anlage kann bei Installation eines Fernwirkmodems direkt durch den Hersteller erfolgen.

Zusätzliche Thermostatventile ermöglichen raumweise Temperaturkorrekturen, sie haben aber nicht die Aufgabe der Grundregelung. Dieses Prinzip wird auch auf den Heizkessel übertragen: Aufgrund der im Jahresverlauf niedrigen Betriebstemperatur zeigen Niedertemperaturkessel eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit. Die Kesselauskühlverluste gehen bei Absenken der Betriebstemperatur zurück.

3 Kostenoptimierung
Gehört die Immobilie, in dem sich die Geschäftsräume befinden, zum Betrieb, dann liegt die Bereitstellung eines Heizsystems im Aufgabenbereich der Geschäftsführung. Besteht für die Heizanlage Investitionsbedarf, stellt sich die grundlegende Frage nach einem Neueinbau oder der Sanierung des bestehenden Heizsystems. Ein Beispiel zur Einschätzung des Investitionsvolumens: Eine Heizanlage - bestehend aus Heizkessel, Regelsystem und Warmwasserspeicher, ausgerichtet für die Nutzung von Erdgas - kostet für ein mehrstöckiges Gebäude ab ca. 6.000 Euro. Dazu kommen Kosten für die Installation der einzelnen Raumheizflächen und des Wärmeverteilsystems.

Eine Sanierung bzw. Modernisierung alter Heizanlagen reduziert die Heizkosten. Heizkessel, die über 15 Jahre alt sind, verbrauchen oft zu viel Energie durch Auskühl-, Bereitschafts- und Oberflächenverluste. Mit einer modernen Heizungsanlage können bis zu 30 Prozent an Energiekosten gespart werden. Bei einer Heizleistung von ca. 20 kW bzw. einem Verbrauch von 1.000 Litern Öl oder alternativ 1.500 Kubikmetern Gas im Jahr (in etwa der Bedarf eines Einfamilienhauses) entspricht dies bereits 500 Euro.

Investitionen in ältere Heizanlagen werden unter Umständen zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen notwendig: Nach der 1. Bundes-Immissions-Schutz-Verordnung (BimSchV) müssen Altanlagen über 25 kW, deren Abgasverlust über 10 Prozent beträgt, spätestens bis zum 1.11.2004 ausgetauscht werden. Auch bei jüngeren Anlagen kann sich eine Modernisierung lohnen. Für den Einbau energie- und umweltschonender Heiztechniken, wie der Brennwert- und Solartechnik, stehen zinsgünstige Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie staatliche Fördergelder zur Verfügung.

Eine interessante Alternative ist der Einsatz von Klimaanlagen: Einige Geräte können im Winter auch mittels des umkehrbaren Kältekreislaufes zum Heizen eingesetzt werden. Erscheint der Einbau einer Klimaanlage für das betreffende Gebäude sinnvoll, lassen sich auf diese Weise die Investitionskosten für eine Zentralheizung einsparen.

Gehört die Immobilie nicht zum Geschäft, ist in erster Linie der Hausbesitzer für die Funktionsfähigkeit der Heizanlage verantwortlich. Zusätzlich sollten aber seitens des Einzelhandelsbetriebes Maßnahmen zur optimalen Nutzung des vom Vermieter bereitgestellten Heizsystems getroffen werden. Dies betrifft vor allem den Bereich der Energiekosteneinsparung bzw. der optimalen Ausnutzung der produzierten Wärme. Heizpausen, richtiges Lüftungsverhalten und ständiges Anpassen der Raumtemperaturen an den jeweiligen Bedarf sind die Ansatzpunkte zur Reduzierung der Raumkosten.


(Quelle: www.danfoss-waermeautomatik.de)

Die Steuerung der Raumtemperaturen in den einzelnen Geschäftsräumen kann über Raumthermostate bis ins Detail automatisch geregelt werden. In programmierbare Raumthermostate sind die Funktionen einer Zeitschaltuhr integriert. Pro Tag sind mehrere Sollwertänderungen möglich, neben Tagesprogrammen gibt es Wochenprogramme mit mehreren Sollwertänderungen pro Tag, und schließlich besteht auch die Möglichkeit zur Langzeitprogrammierung (bis zu 99 Tage). Programmierbare Raumthermostate sind auch in drahtloser Ausführung erhältlich, das heißt: sie können per Funk und einige Modelle sogar per Telefon bedient werden. Es gibt sowohl batterie-, als auch netzbetriebene, programmierbare Raumthermostate. Programmierbare Funk-Raumthermostate sind ab 160 Euro erhältlich.

4 Fazit
Beim Thema Heizung muss sich ein Einzelhändler zum einen mit der Installation des geeigneten Heizsystems zur Temperaturregelung der Geschäftsräume sowie mit Fragen zur optimalen, kostensparenden Nutzung der bereitgestellten Energie befassen. Moderne Heizsysteme mit Niederwert- und Brennwertechnik sind wirtschaftlich zu betreiben. Erdgas und Heizöl sind die am häufigsten verwendeten Brennstoffe. Moderne Technik ermöglicht die Steuerung und Überprüfung von Anlagen direkt per Datentransfer durch den Hersteller. Eine programmierbare Steuerung der einzelnen Räume ermöglicht eine optimale Ausnutzung der Heizenergie.

Weiterführender Link:
www.buderus.de






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