Grundsätze
Was der Raum zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt
Ladenraum und -einrichtung dienen dazu, das Warensortiment attraktiv zu präsentieren und es für die Kunden verfügbar zu machen. Die Vorzüge und Besonderheiten des Sortiments sollen in angenehmer Atmosphäre erlebbar gemacht werden. Um dabei Warenabsatz und Gewinn zu maximieren, ist es für einen Einzelhändler wichtig, bestimmte raumökonomische Grundsätze zu beachten.
1 Einteilung in Zonen
Wie hoch der Stellenwert der Ladeneinrichtung auch anzusetzen ist, ein Geschäft ist in erster Linie eine Wirtschaftsstätte und kein Kunstgegenstand. Deswegen muss ein Ladenlokal mehr leisten als der Ware im Sinne der Verkaufsförderung ein optimales Umfeld zu bieten. Damit die notwendigen Verkaufs- und sonstigen Arbeitsabläufe störungsfrei und ungehindert ablaufen können, sollte beispielsweise eine für die Kunden und die Einzelhandelsmitarbeiter überschaubare Raumordnung erzielt werden.
Der gesamte zur Verfügung stehende Verkaufsraum sollte in verschiedene Funktionsbereiche aufgeteilt werden. So kann unterschieden werden zwischen
- einer Zone für die Warenpräsentation,
- einer Fläche, die Kundenverkehr und Kundenberatung ermöglicht sowie
- gegebenenfalls einer besonders gekennzeichneten Kassenzone.
Auch wenn sie unterschiedlichen Bestimmungen dienen, müssen alle Zonen im Verkaufsraum so eingeteilt werden, dass sie sowohl eine möglichst hohe Kundenzirkulation als auch einen wirtschaftlichen Ablauf des Verkaufsvorganges ermöglichen.
Das folgende Beispiel zeigt die mögliche Abgrenzung einer Zone für ein kleines Service-Center innerhalb des Verkaufsraumes:
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Praxisbeispiel: Zoneneinteilung Service-Center (Quelle: Gretz, Friedrich, Läden richtig planen, Seite 61.) |
2 Abgestimmte Warenplatzierung
Bei der Platzierung der einzelnen Warengruppen ist aus raumökonomischen Gesichtspunkten auf ein sinnvolles Miteinander zu achten. Dabei muss ein Einzelhändler zahlreiche Kriterien berücksichtigen, wie beispielsweise die gemeinsame Warenart oder der Bedarfsverbund. Je klarer die Platzierung dem Kunden wird, desto weniger Hilfe benötigt er seitens der Verkaufsmitarbeiter. Eine selbstbedienungsgerechte Raumaufteilung erlaubt einen hohen Umsatz je beschäftigter Person. Ferner soll bei der Bestückung des Verkaufsraums berücksichtigt werden, welchen Raumbedarf einzelne Warengruppen haben. In die Überlegungen fließen die Eigenschaften der Ware selbst – also beispielsweise ihre Größe – ein, aber auch das Absatzpotenzial, welches sie haben.
Ein Beispiel für die Raumaufteilung eines SB-Fachgeschäftes zeigt die folgende Abbildung:
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Praxisbeispiel: Raumaufteilung SB-Fachgeschäft (Quelle: Gretz, Friedrich, Läden richtig planen, Seite 209.) |
3 Kostenbewusste Einrichtung
Die Einrichtung ist das wichtigste Element in einem Ladenraum. Sie gestaltet den Raum mit, sie präsentiert die Ware und steuert ganz wesentlich die Verbindung der Kunden zum Sortiment. Daher ist eine Ladeneinrichtung nie Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, nämlich zu dem, möglichst gute Umsätze und Gewinne zu erzielen.
Eine Einrichtung gilt es dann zu erneuern, wenn sie so unpraktisch oder altmodisch erscheint, dass sie Umsatz verhindert. Ein weiterer Grund können hohe Folgekosten sein, die auf technischen Defiziten der Einrichtung - zum Beispiel hohe Stromkosten, ständige Reparaturen - beruhen. Im Mittel wird die Einrichtung in Einzelhandelsgeschäften alle fünf bis sieben Jahre erneuert. Heute geht der Trend dahin, das bestehende Mobiliar im Zuge von Ladenbaumaßnahmen nur teilweise zu ersetzen und es stattdessen immer wieder aufzufrischen, beispielsweise durch Spiegel an den Seiten von Warenträgern, durch einen neuen Farbanstrich oder durch eine neue Bespannung von Wänden.
4 Kontrolle des wirtschaftlichen Erfolges
Das Schlüsselwort für den Erfolgsbeitrag des Raumes heißt Flächenproduktivität. Ist diese gestiegen, so ist das wirtschaftlich von Vorteil. Ist sie gesunken, so muss den Ursachen nachgegangen werden, denn in einem solchen Fall hat sich die Wirtschaftlichkeit des Faktors Raum negativ entwickelt und die Raumkostenbelastung steigt.
Um ein klares Bild zu erhalten, sollte die Raumleistung in regelmäßigen Abständen berechnet und in Beziehung zur vorherigen Periode gestellt werden. Wer zu häufig - also beispielsweise monatlich - misst, erhält ein Bild mit starken Zufallsschwankungen und Sondereinflüssen wie verkaufsfreien Feiertagen oder besonderen Wetterverhältnissen. Die stärkste Aussagekraft hat ein jährlicher Raumleistungsvergleich.
5 Fazit
Handelsunternehmer sind in erster Linie Kaufleute, die das Rechnen mit dem spitzen Bleistift gewohnt sind. Dass sie den Gewinnbeitrag ihres Raums regelmäßig kontrollieren, ist für sie selbstverständlich, um den Faktor Raum so wirtschaftlich wie möglich einzusetzen. Genau so selbstverständlich sollte es ihnen sein, bei allen planerischen Entscheidungen rund um den Raum und die Anordnung der Ware in demselben die Auswirkungen auf Gewinn und Umsatz ihres Unternehmens zu bewerten.
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Weiterführende Literaturhinweise: Einzelhandelsbetriebsführung in der Marktwirtschaft: Wie man durch Ladengestaltung und Warendarbietung die Verbraucher anspricht, Köln, BBE-Verlag. Berekoven, Ludwig: Erfolgreiches Einzelhandelsmarketing, München, Verlag Beck. Gretz, Friedrich: Läden richtig planen – Fehler vermeiden, 2000, Karl Krämer Verlag. |