Nebenflächen
Zur Sicherstellung der Betriebsbereitschaft
Der insgesamt benötigte Betriebsraum im stationären Einzelhandel geht über die reine Verkaufsfläche hinaus. Um die Verkaufs- und Betriebsbereitschaft sicherzustellen, sind einige Nebenräume nötig.
1 Abgrenzung von Verkaufs- und Nebenfläche
Die Geschäftsräume von Handelsbetrieben werden unterteilt in:
• Verkaufsflächen,
• Nebenflächen,
• sonstige Flächen.
Verkaufsflächen stehen für das Warenangebot bereit und sind den Kunden zugänglich. In die Verkaufsflächen einbezogen werden auch die Flächen, auf denen Dienstleistungen verkauft werden - zum Beispiel Reisebüro, Sofortreinigung, Cafe oder Restaurant. Dazu zählen ebenfalls Umkleidekabinen, Kassen- und Packtischflächen im Verkaufsraum und Gänge zwischen den einzelnen Warenträgern. Im Verkaufsraum wird noch eine Aufteilung nach den Flächen vorgenommen, die für die Präsentation und den Verkauf von einzelnen Warengruppen vorgesehen sind.
Wenn eines der genannten Kriterien - Zugänglichkeit für die Kunden und Bereitstellung des Warenangebots - nicht zutrifft, handelt es sich um Nebenflächen. Schaufenster, Vitrinen, Passagen, horizontale und vertikale Verkehrswege (Treppen, Flure), in denen keine Ware verkauft wird, sind keine Verkaufsflächen. Lagerfläche im Verkaufsraum - so genannte Handlager - zählen nach der zugrunde gelegten Definition ebenfalls nicht zum Verkaufsraum.
2 Funktion und Aufteilung der Nebenflächen
Nebenflächen dienen vornehmlich der internen Arbeitsabwicklung und der Betriebsbereitschaft. Zu den Nebenflächen gehören:
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Reserve- und Handlager, |
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Werkstätten und Ateliers, |
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Nebenräume der Restaurants, Kantinen und Cafés, |
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Büroräume im Verkauf (Abteilungsleiter- und Substitutenarbeitsplätze), |
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Verwaltungs- und Büroräume, |
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Archivräume, |
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Warenannahme, |
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Versand, |
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Warenauszeichnung, |
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Warenmanipulation, |
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Dekoration, |
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Werbung, |
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Kundentoiletten, |
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Aufenthaltsräume, Waschräume, Toiletten und Garderoben für das Personal, |
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Schulungsräume, |
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Besprechungsräume, |
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Krankenzimmer, |
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Technikräume (Heizung, Öl, Lüftung, Kühlung, Klimaanlage, Stromversorgung, Maschinenräume), |
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Wege (Flure, Treppen, Aufzüge, Rolltreppen), |
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Schaufenster, Vitrinen, Passagen. |
Hinzu kommen noch die Freiflächen und sonstigen Flächen (Hof, Rampe, Parkflächen, unbebaute Freiflächen, wie zum Beispiel Gartenanlagen etc.).
3 Bewirtschaftung der Nebenflächen
Nebenräume sollen einander und den Verkaufsflächen so zugeordnet sein, dass alle betriebsnotwendigen Arbeitsvorgänge vom Raum her in keiner Weise beeinträchtigt werden. Für die Bewirtschaftung der Nebenräume gelten Maßnahmen, die zur Sicherung der Rentabilität eines Handelsunternehmens einzuhalten sind.
Die Produkte müssen unter Kontrolle vertrauenswürdiger Mitarbeiter ins Unternehmen gelangen. Das übrige Personal und die Kunden sollten erst im Verkaufsraum mit der Ware in Berührung kommen. Die Manipulation und Lagerung der Produkte hat so zu erfolgen, dass ein unsachgemäßer Warenverbrauch (Diebstahl durch Kunden bzw. Mitarbeiter oder Verderb) weitgehend ausgeschlossen werden kann. Deshalb sind folgende Forderungen zu erfüllen:
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separate Warenannahme und Expedition vorsehen, |
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Reserve- und Saisonlager unter Verschluss halten, |
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Zugang zur Verwaltung unabhängig vom Ladeneingang und von den Warenwegen ermöglichen. |
4 Gewichtung nach Bedarf
Der Raumbedarf ist je nach Branche unterschiedlich zu beurteilen. Eine Tabelle verdeutlicht die branchenspezifischen, prozentualen Anteile der Nebenflächen an der Geschäftsfläche:
In indirekter Beziehung zum Anteil der Nebenflächen an der Geschäftsfläche steht die Lagerumschlagsgeschwindigkeit. Sie errechnet sich, indem man den Wareneinsatz durch den durchschnittlichen Warenbestand dividiert. Die Fläche des Lagers macht in vielen Geschäften einen Großteil der Nebenfläche aus. Ein prozentual hoher Anteil von Nebenflächen an der Geschäftsfläche lässt befürchten, dass ein Teil der gelieferten und zu bezahlenden Ware im Lager „schlummert“ und in Gefahr ist, dort zu verderben oder übersehen zu werden. Umgekehrt spricht ein geringer Anteil an Nebenflächen für ein verkaufsaktives Unternehmen.
Als Faustregel galt einmal die Relation von zwei Drittel Verkaufsfläche zu einem Drittel Nebenräumen. Das hängt aber im Einzelnen von Art und Umfang des Sortiments, von dessen Beratungserfordernissen sowie vom absoluten Verkaufsflächenumfang ab. Schon seit langem herrscht aus Rationalisierungsgründen das Bestreben, die Zahl und Größe der Nebenräume zugunsten des Verkaufsraums zu reduzieren. Das betrifft insbesondere die Lagerräume, bei denen Einsparungen zum Beispiel durch kürzere Belieferungsintervalle angestrebt werden, um die kleineren Warenlieferungen soweit wie möglich unmittelbar in die Verkaufsregale dirigieren zu können.
5 Fazit
Nebenräume sind den Kunden überwiegend nicht zugängliche Flächen. Obwohl das Warenangebot in den Verkaufsräumen bereitgestellt wird, gilt es, auch die Nebenräume mit Blick auf das Warenangebot unter betriebswirtschaftlichen Maßgaben zu gestalten. Zumindest die Nebenflächen, die vom Kunden genutzt und wahrgenommen werden, sollten dem Image des Hauses entsprechend gestaltet werden.
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Weiterführende Literaturhinweise: Groh, Kranich, Menge, Schneider: Mehr Gewinn auf gleicher Fläche, Köln 1995. Berekoven, Ludwig: Erfolgreiches Einzelhandelsmarketing, München, Beck 1995. |