Personal

Damit die Motivation stimmt

Das Personal ist ein bedeutender Produktivitätsfaktor in einem Einzelhandelsbetrieb. Deshalb ist es wichtig, ein Augenmerk auf die Optimierung der Flächen, die dem Personal zugeordnet sind, zu legen. Die wichtigste Nebenfläche im Personalbereich ist der Sozial- bzw. Aufenthaltsraum. Seine Gestaltung sollte nicht bloß rein funktionale Zwecke verfolgen, sondern auch die auf die Mitarbeiter ausgehende Motivationswirkung berücksichtigen.

1 Aus Mitarbeitersicht
Der Raum sollte so groß sein, dass vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bestehen. Schulungen, Vorträge, interne Besprechungen oder Betriebsfeiern erfordern eine flexible Raumgestaltung. Zu den Geschäftszeiten sollte der Raum für alle Mitarbeiter frei zugänglich sein.

Was Mitarbeiter sich von einem Aufenthaltsraum wünschen, in dem sie sich gerne zur Pause zurückziehen, um ihn dann wieder erholt zu verlassen, ist häufig Gegenstand von Mitarbeiterbefragungen. Mögliche Ausstattungsmerkmale eines Sozial- bzw. Aufenthaltsraums, die immer wieder genannt werden, sind:
• Garderobe,
• Küche,
• Kommunikationstableau („schwarzes Brett“),
• separierte Raucherzone mit adäquater Ausstattung,
• motivationsfördernde Innengestaltung,
• bequeme Sitzgelegenheiten und gepflegte Essplätze,
sanitäre Anlagen,
• Telefon,
• Monitor mit Blick auf Verkaufsflächen und Eingangstürenanlage (Diebstahlsicherung),
• Musikanlage.

2 Gestaltungsmöglichkeiten
Die Einrichtungsgegenstände einfach nur bereitzustellen, reicht allerdings nicht aus. Vielmehr sollten bei ihrer Anschaffung diverse Überlegungen berücksichtigt werden, die aus der Gestaltung der Nebenfläche „Personalraum“ erst den gewünschten Erfolg hinsichtlich einer gesteigerten Arbeitsmotivation der Mitarbeiter machen.

Bei der Garderobe ist es ratsam, einzelne Schließfächer für Wertsachen einzuplanen. Sie müssen so konzipiert sein, dass die Utensilien der Mitarbeiter problemlos untergebracht werden können. In ihrer Nähe kann ein Spiegel in der Form angebracht werden, dass sich die Mitarbeiter in Körpergröße sehen.

Die Küche im Aufenthaltsraum sollte multifunktional eingerichtet werden. Ein Kühlschrank muss über eine der Mitarbeiteranzahl entsprechende Größe verfügen. Falls die Mitarbeiter ihre Mittagspause im Sozial- bzw. Aufenthaltsraum verbringen, gehören Elektrogeräte wie ein Herd, eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine zur Grundausstattung des Küchenbereichs.

Das Kommunikationstableau besteht aus Kork, Edelstahl oder einer abwaschbaren Oberfläche. Es sollte zentral an einer Wand im Sozial- bzw. Aufenthaltsraum montiert werden. Das „schwarze Brett“ fördert den Informationsaustausch unter den Mitarbeitern (zum Beispiel durch Geburtstagslisten, Einladungen, Bekanntmachungen, Jubiläen), kann aber auch dazu dienen, die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern zu steuern.

Für den Aufenthalts- bzw. Sozialraum ist eine separierte Raucherzone empfehlenswert, sofern man nicht die Mitarbeiter ganz zu einem Verzicht auf das Rauchen während des Arbeitstags verpflichten möchte. In diesem Bereich muss für ein gut funktionierendes Lüftungssystem gesorgt werden, damit die Nichtraucher keine gesundheitlichen Schäden erleiden.

Für die Motivation der Mitarbeiter bedeutsam sind auch Farbgestaltung und Lichtverhältnisse im Raum ebenso wie eine ansprechende, gepflegte und funktionale Möblierung. Hinsichtlich der Wand- und Bodengestaltung des Aufenthalts- bzw. Sozialraums ergeben sich diverse Möglichkeiten. Die Wände können mit mediterranen Farben gestrichen werden, dazu passend ein farblich abgestimmter Bodenbelag. Die Pflege des Bodenbelags ist insofern wichtig, als dass der Raum täglich von vielen Personen begangen wird. Demnach ist ein Fliesen- oder PVC-Belag zu empfehlen.

Die sanitären Anlagen für die Mitarbeiter sind räumlich so entfernt von der Kundentoilette anzulegen, dass die Kunden keinen Einblick in die „Privatsphäre“ der Mitarbeiter erhalten. Außerdem sollten mindestens eine Damen- und eine Herrentoilette vorhanden sein. Es hängt von der Größe eines Unternehmens ab, wie viele Toiletten zur Verfügung gestellt werden müssen und ob Kunden und Mitarbeiter sich nicht doch ihre Toilette teilen können.

Bei einem größeren Unternehmen sollte der Aufenthaltsraum via Lautsprecher erreichbar sein, damit Mitarbeiter gegebenenfalls früher aus ihrer Pause gerufen bzw. herbeigebeten werden können, wenn eine Frage aus ihrem Ressort dringend beantwortet werden muss.

Ein Monitor im Sozial- bzw. Aufenthaltsraum sollte den Verkaufsraum und den Eingangsbereich abbilden. Aufgrund der steigenden Inventurdifferenzen in Einzelhandelsunternehmen ist im Rahmen von Raumplanungen verstärkt den Anforderungen einer Diebstahlsprävention Rechnung zu tragen.

Nicht zuletzt kann eine Musikanlage die Motivation der Mitarbeiter positiv beeinflussen. Die Installation eines Radios ermöglicht den Mitarbeitern in ihren Pausen den Empfang von aktuellen Nachrichten.

3 Fazit
Je besser ausgestattet die Nebenfläche „Personalraum“ ist, desto günstiger dürften die Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeiter sein. Außerdem geht von einer gepflegten Umgebung, die sich von den „Rumpelkammern“ in manchen Unternehmen wohltuend abhebt, ein Verpflichtungscharakter aus, diese auch ordentlich zu erhalten. Dennoch gilt es, bei der Ausrüstung der Personalräume die Kirche im Dorf zu lassen und sie entsprechend der räumlichen Verhältnisse, des Budgets und der Anzahl der Mitarbeiter zu gestalten.






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