Lager
Platz für den Warenvorrat
Die Lagerpolitik im Handelsbetrieb beinhaltet zum einen die Optimierung der Lagerhaltung und zum anderen die rationelle Gestaltung der technisch-organisatorischen Abläufe im Lager. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Lager zu gestalten.
1 Lagertypen
Bei der Planung der Lagerausstattung ist darauf zu achten, um welche Lagerobjekte es sich handelt. Dabei spielen vor allem die physikalischen Eigenschaften der Waren (zum Beispiel feste, flüssige, gasförmige oder giftige Stoffe), die jeweils einer besonderen Lagerung bedürfen, eine Rolle.
Es lassen sich verschiedene Lagerarten unterscheiden, wie die folgende Übersicht zeigt:
Läger finden sich im Einzelhandel in folgenden Fällen:
- Lagerraum eines einzelnen Betriebes,
- Versandhandelslager,
- stationäres Lager für mobile Verkaufseinrichtungen und
- Zentrallager bei Filialunternehmungen bzw. Kooperationen.
2 Lagerbauarten
Bei der Entscheidung für eine bestimmte Bauart muss ein Einzelhändler vor allem darauf achten, dass damit Bedingungen geschaffen werden, die eine mögliche Qualitäts- und Quantitätsminderung der Objekte auf ein Mindestmaß beschränken. Hinsichtlich der Bauweise eines Lagers können unterschieden werden:
- offenes Lager (eingezäunte Plätze, zum Beispiel für Dachziegel),
- halboffenes Lager (überdachte Lagerflächen, zum Beispiel für Dachlatten),
- geschlossenes Lager (Gebäude, zum Beispiel für Dämmstoffe) und
- Speziallager (Silos, zum Beispiel für Zement).
In der Praxis sind auch Zwischenformen möglich.
3 Lagerregale
Die Auswahl der geeigneten Lagereinrichtung hängt in erster Linie von der Art der dort zu lagernden Waren ab. Als Lagereinrichtungen bezeichnet man Sachmittel - wie zum Beispiel Regale, Ständer oder Gestelle -, in oder auf denen die Handelswaren untergebracht sind. Als zweckmäßig erweisen sich genormte, nach dem Baukastensystem konstruierte Einrichtungen, die den Eigenarten der Ware und der Lagerräume angepasst werden können.
Fachbodenregale sind besonders geeignet für die Lagerung von Kleinteilen in Behältern, Umverpackungen oder auch lose.
Einfahrregale (Drive-in-Regale) eignen sich an den Stellen, wo die Ware nicht oder nur schwer stapelbar ist und zusätzlich ein geringer Lagerumschlag gefordert ist. Typische Anwendungen sind:
| a) |
das Versandlager, in dem eine größere Sendung bis zum Versand gesammelt wird, |
| b) |
das Saisonlager, in dem druckempfindliche oder labile Waren (zum Beispiel Glas) gepuffert werden oder |
| c) |
das Kühllager, in dem Ware möglichst komprimiert stehen muss. |
Zwei wesentliche Vorteile des Drive-in-Regals sind die hohe Raumvolumennutzung und die gute Übersichtlichkeit.
Palettenregale sind neben den Fachbodenregalen das am meisten verbreitete Regal in Industrie und Handel. Es wird - wie der Name schon sagt - für die Lagerung von Paletten verwendet. Dabei ist eine Varianz in der Palettenabmessung nur eingeschränkt möglich. Das System wird als Einplatz-, Zweiplatz- und Dreiplatzlagerung gebaut. In Ausnahmefällen – zum Beispiel bei sehr leichten Paletten - werden auch bis zu vier Paletten pro Regalfach gelagert. So können im Einzelhandel zum Beispiel 4 Paletten mit Küchenpapier übereinander gestapelt werden, Paletten mit Getränken jedoch nur zweifach.
Paternosterregale – eine Mischform aus Fachbodenregal und Regalbediengerät - sind so angeordnet, dass vertikale Bewegungen ermöglicht werden. Damit können Waren an den Ort gebracht werden, wo sie bereitgestellt werden sollen.
Compactregale werden in Regaleinheiten so zusammengestellt, dass Zwischengänge entfallen. Bei Bedarf kann der Zugriff auf die Regale durch Auseinanderschieben erfolgen. Bei hohem Bewegungsaufwand ist dieses Verfahren jedoch nicht günstig.
Ein Beispiel für ein typisches Hochregallager zeigt das folgende Bild:
4 Lagerhilfsgeräte
Lagerhilfsgeräte sind alle übrigen Sachmittel, die im Lagerbereich benötigt werden. Folgende Gruppen lassen sich dabei unterscheiden:
- Geräte für bewegliche Lagerung (zum Beispiel Palettenkästen, Ladegestelle),
- Zähl- und Messgeräte (zum Beispiel Waagen, Metermaßband),
- Sicherungsausrüstungen (zum Beispiel Kühl- und Feuerlöschanlagen),
- Transport- und Transporthilfsmittel.
Ein Beispiel für eine Elektrohängebahn zum Transportieren von Waren zeigt das folgende Bild:
Ladehilfsmittel ermöglichen die Bewegung und Lagerung der Ware. Sie werden ausgewählt nach dem zu lagernden Artikel und der Transport- und Lagerart.
Beispiele für Ladehilfsmittel:
- Kleinteilebehälter (zum Beispiel für Nägel),
- Flachpaletten,
- Gitterboxpaletten,
- Spezialpaletten.
5 Fazit
Die jeweilige Organisationsform beeinflusst wesentlich die Leistungsfähigkeit eines Lagers. Dabei müssen mehrere Bauarten unterschieden werden. Die entsprechenden Sachmittel sollen unterstützende Funktion haben - und zwar so, dass sie auf der einen Seite für die Lagerorganisation dienlich sind und auf der anderen Seite die Lagerkosten reduzieren. Die wichtigsten Anforderungen, die Lagerräume erfüllen sollten, sind Ordnung und Übersichtlichkeit. Außerdem müssen die Transportwege breit und überschaubar sein.
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Weiterführende Literaturhinweise: Falk, Bernd; Wolf, Jacob: Handelsbetriebslehre, 11.A., Landsberg/ Lech 1992. Krampe, Horst: Transport, Umschlag, Lagerung, Leipzig 1990. Grochla, Erwin: Grundlagen der Materialwirtschaft, 3.A., Wiesbaden 1990. Oeldorf, Gerhard; Olfert, Klaus: Materialwirtschaft, 5.A., Ludwigshafen 1987. Heger, Sandra: Die Bedeutung des Leistungsbereiches Lagerung für den Handel, Mittweida 2001. |