Verbrauchermärkte SB-Warenhäuser

Im Spannungsfeld von Discount und Erlebnis

SB-Warenhäuser sind preisbetonte Einzelhandelsbetriebe auf einer weiträumigen Fläche mit mindestens 3.000 qm. Sie bieten ein breites und tiefes Sortiment aller Waren, wobei der Schwerpunkt bei Lebensmitteln liegt. Die Ware wird vorwiegend in Selbstbedienung ohne kostenintensiven Kundendienst angeboten. Der Standort ist grundsätzlich autokundenorientiert. Bei einer geringeren Verkaufsfläche von mindestens 1.000 qm spricht man von Verbrauchermärkten.

1 Entwicklung der Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser
Die SB-Warenhäuser und großen Verbrauchermärkte waren in den 60er und 70er Jahren die erfolgreichste Betriebsform im stationären Handel. Die Vorteile waren: Orientierung an Autokunden sowie Aggressivität in der Werbung und im Preis. Ganz im Gegensatz zu den Warenhäusern war der Handel mit Lebensmitteln ein automatischer Frequenzbringer. Kundenzuwächse und Flächenwachstum kennzeichneten die Entwicklung dieser Jahre. Flachere Wachstumsraten in den 80er Jahren bis hin zur Stagnation, die auch heute noch andauert, waren jedoch vorprogrammiert und hausgemacht. Die drastische Flächenexplosion hat selbst in Ballungsgebieten Überkapazitäten geschaffen. Die erfolgversprechenden Standorte sind bereits besetzt.

Ein weiterer wesentlicher Faktor flacherer Wachstumsraten liegt in der veränderten Konsumenteneinstellung. Die Unübersichtlichkeit und Anonymität der übergroßen Flächen entsprach in keiner Weise der Forderung nach Erlebnis und Freude beim Einkaufen. Hinzu kamen erhebliche Kompetenzschwierigkeiten im Non Food Sortiment, die von der Konkurrenz der Fachmärkte genutzt werden konnte. Somit nahmen die SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte eine äußerst schwierige Stellung im Spannungsfeld zwischen dem aufkommenden Discount und dem Erlebniskauf ein.

2 Strategien
Dies ist ein Problem, das auch die Warenhäuser kennengelernt haben. Neue Konzepte wurden erdacht. Abteilungen ohne Kostendeckungsbeitrag, zum Beispiel Möbel und Unterhaltungselektronik, wurden aufgegeben, zurückgefahren oder in konzerneigene Fachmärkte umgewandelt. Die Formel lautete: Aufgliederung in diskontierende SB-Warenhäuser mit hohem Food-Anteil und in serviceorientierte SB-Warenhäuser bei gleichzeitiger Nutzung von Flächen durch die ertragsreichsten Flächen des Konzerns. Großflächen von mehr als 10.000 qm ähneln heute eher einem Fachmarktcenter. Das SB-Warenhaus von früher wurde schlanker und entsteht als großer Verbrauchermarkt wieder neu.

Der Lebensmittel- und Frischebereich erfährt eine noch stärkere Beachtung und die Entwicklung von leistungsfähigenWarenwirtschaftsystemen sorgt für eine Verbesserung der Leistungen in Non Food Sortiment. Die SB-Warenhäuser müssen heute weniger Kunden intensiver betreuen, was zu einem Zielgruppen-Sortimentsbewusstsein führt. Die Chancen für eine stärkere Erlebnisorientierung liegen eher im mittleren Bereich. Die relativ niedrigen laufenden Betriebskosten (zum Beispiel Personal und Miete) lassen die Realisierung einer verbraucherfreundlichen Angebotspolitik zu. Hinzu kommt die Möglichkeit des Einsatzes elektronischer Informationstechnik, um die Kosten zu zügeln und den Service zu verbessern. Hinsichtlich der Sortimente sind deutliche Verschiebungen sichtbar.



In der Tabelle umfasst der Food-Bereich alle Lebensmittel. Non Food 1 beinhaltet die Warengruppen, die üblicherweise auch in Supermärkten neben den Lebensmitteln angeboten werden. Im Bereich Non Food 2 sind schließlich die Textilwaren neben allen anderen speziellen Non Food Waren dieser Vertriebslinien aufgeführt.

Die Stunde der Neugründer von Großflächen schlug in den 70er Jahren. Heute spricht man eher von Konzentration. Etwa ein Drittel der SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte werden von Unternehmen betrieben, die hauptsächlich im SB-Warenhausbereich tätig sind. Gerade hier zeigt sich die deutliche Konzentration. Insbesondere der Marktanteil der freiwilligen Ketten ist stark zurückgegangen.

Übersicht Betreiber von Verbrauchermärkten / SB-Warenhäusern


3 Fazit

SB-Warenhäuser

Rahmenbedingungen, die für eine positive Entwicklung sprechen:   Rahmenbedingungen, die für eine negative Entwicklung sprechen:

• Verkehrsorientierung

• Großes Kundenpotenzial

• Preisimage

• Lebensmittelorientierung

• Managementqualifikation

• Fehlende Non Food Kompetenz

• Schwache Herstellermarkenorientierung

• Mangelhafte Darstellung

• Teilweise Kostenprobleme

• Konkurrenz durch Verbrauchermärkte

Fazit: Die Betriebsform SB-Warenhaus steht vor extremen Veränderungen. Flächenoptimierung erfolgt durch Einbindung von Fachmärkten.

Verbrauchermärkte

Rahmenbedingungen, die für eine positive Entwicklung sprechen:   Rahmenbedingungen, die für eine negative Entwicklung sprechen:

• Breite Kundenschicht

• Nachbarschaftslage

• Preisstrukturen

• Lebensmittelorientierung

• Günstige Kostenstrukturen

• Filialisierungspotenzial

• Einsatz neuer Techniken

• Schwache Non Food Sortimente

• Teilweise Lieferantenprobleme

• Mangelhafte Serviceorientierung

• Mitarbeiterqualifikation

• Teilweise hohe Mieten

Fazit: Der Faktor Nachbarschaftslage bietet günstige Chancen auch in Neubaugebieten. Der Einsatz der Informationstechnik bietet Kostensenkungs- und Servicepotenziale.





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