Kauf- und Warenhäuser
Profilierung durch Diversifizierung
Warenhäuser sind Einzelhandelsgroßbetriebe, die Waren aus zahlreichen Branchen anbieten. Sie zeichnen sich durch gleichzeitige Sortimentsbreite und -tiefe aus. Im Unterschied zu Kaufhäusern führen Warenhäuser auch Lebensmittel.
1 Eigenschaften von Kauf- und Warenhäusern
Die Kauf- und Warenhäuser verfügen über eine Verkaufsfläche von mindestens 3.000 qm, auf der in mehreren Stockwerken und verschiedenen Abteilungen ein breites und tiefes Sortiment angeboten wird. Die Hauptbereiche sind Bekleidung, Textilien, Hausrat und Wohnbedarf, wobei einzelne Abteilungen den Charakter von spezialisierten Fachgeschäften aufweisen, wo der Kunde sich durch Fachpersonal beraten lassen kann. Die Verkaufspreise sind in der Regel niedriger als in den traditionellen Fachgeschäften, jedoch im Schnitt höher als in Verbraucher- oder Fachmärkten. In den Kauf- und Warenhäusern sind verstärkt Dienstleistungsbereiche integriert, wie beispielsweise Reisebüros, Friseursalons, Restaurants, Lottoannahmestellen und ähnliches.
2 Entwicklung der Kauf- und Warenhäuser
Trotz Modernisierung und Diversifizierung der Warenhäuser stagniert deren Marktanteil. Die in den 60er und 70er Jahren am stärksten expandierende Betriebsform des westdeutschen Handels hat ihren Zenit überschritten. Das Motto „Alles unter einem Dach“ wurde vom Verbraucher nicht mehr angenommen. Lange Zeit unterschätzt wurde der Boom auf der Grünen Wiese. Zwischen Fachhandel und den preisbetonten Vertriebsschienen blieb den Kauf- und Warenhäusern nur die Mitte, die weder zur einen noch zur anderen Seite Profilierungen zuließ.
Neue Warenhäuser wurden nur noch in den neuen Bundesländern gebaut, im Westen konnte eine Umsatzsteigerung lediglich durch die Übernahme eines Kontrahenten erzielt werden. Das Einheitswarenhaus wurde sukzessive durch eine Palette von Warenhaustypen unterschiedlichen Niveaus ersetzt. Sortimente werden nicht mehr nur angeboten, sondern inszeniert.
Daneben haben die Warenhauskonzerne ihre Marktposition durch eine Diversifizierung – also durch Aufkauf von Fachmärkten, Versandhandelsunternehmen, Tourismus- und Dienstleistungsunternehmen - gefestigt. Das Trading-Up der Warenhäuser hat durchweg gute Bewertungen erzielt. Die Qualität von Produkten und Ladeneinrichtung sowie die Profilierung über ertragsstarke eigene Handelsmarken haben dafür gesorgt, dass die Kauf- und Warenhäuser eine beachtliche Renaissance verspürten.
Allerdings sind die Expansionschancen der Kauf- und Warenhäuser eher begrenzt, so dass weiter abnehmende Marktanteile zu erwarten sind. Nur bei einer konsequenten Revitalisierung der Innenstädte können die Warenhäuser mit einer verbesserten Besucherfrequenz rechnen.
3 Fazit
| Rahmenbedingungen, die für eine positive Entwicklung sprechen: |
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Rahmenbedingungen, die für eine negative Entwicklung sprechen: |
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• Traditionsvorteile
• Service-Intensivierung
• Beratungsqualität
• Erlebnisorientierung
• Sortimentsstraffung |
• Standortbedingungen in der City
• Preisniveau gegenüber Konkurrenz
• Hohes Kostenniveau
• Sortimentsorientierung „alles unter einem Dach“
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| Fazit: Rennaissance durch gute innovative Konzepte. Dennoch sind die Expansionschancen begrenzt. Die zunehmende Konkurrenz der discontierenden Betriebsformen wird für ein weiteres Nachgeben der Marktanteile sorgen. |