Versandhandel

Neue Impulse durch IT und Internet

Die typischste Form des Distanzhandels ist der Versandhandel. Er lässt sich durch folgende Charakteristika kennzeichnen: Die Waren oder Dienstleistungen werden mit Hilfe eines Mediums - Katalog, Anzeige, Prospekt, Internet, Radio oder Fernsehen - an den Kunden herangetragen. Die bestellte Ware wird schließlich versendet.

1 Versender-Typen und Versandprodukte
Versandhändler unterteilt man hinsichtlich der Zielgruppen in die Kategorien Business-to-Business (B2B) und Business-to-Consumer (B2C), nach der Art des Angebots in Sortimentsversender und Spezialversandhändler. Während der Sortimentsversender eine breite Produktpalette anbietet, bevorzugt der Spezialversender ein schmales, dafür aber tiefes Sortiment. Je nach Nutzung der Medien unterscheidet man in Katalogversender, Direktvertreiber, TV-Shoppingunternehmen und Internetversender. Gerade das Internet hat zu einer positiven Entwicklung des Versandhandels beigetragen.

Die gefragtesten Produkte des Versandhandels sind Bekleidungsartikel, gefolgt von Möbeln, Haus- und Heimtextilien, brauner und weißer Ware, wohingegen Uhren und Schmuckstücke, GPK-Artikel sowie Lebensmittel bei Versandhandelskunden nicht so beliebt sind. So entfällt im Lebensmittelbereich der größte Teil der Versandhandelsbestellungen - meist Wein-, Tee- und Spezialitätenversand - auf den Spezialversandhandel. Bei Textilien ist es dagegen umgekehrt.

Die Marktkonzentration ist auch am Versandhandel nicht spurlos vorübergegangen. Der Universalversand wurde vom Multi-Channel-Retailing abgelöst. Vor allem Großhandel, stationärer Einzelhandel sowie der Spezialversand gewinnen mehr und mehr an Bedeutung.

2 Strategien
Der Kostendruck hat die Branche zu Spar-Strategien angehalten. So betrieben die Versender schon frühzeitig ein Zielgruppenmarketing, indem Angebote auf das jeweilige Bestellverhalten von Kundengruppen zugeschnitten wurden. Database-Marketing, ein Instrumentarium nicht nur für die großen Versender, verhindert Fehlsteuerungen und somit auch Kosten.

Positive Impulse werden vom Binnenmarkt ausgehen, denn im Versandhandel ist ein schnelleres Globalwachstum zu erwarten als im klassischen stationären Handel. Die Branche wird internationaler und die Kooperation auch unter den Versendern selbst wird enger. Angesagt sind die Themen Gesundheit, Wellness, Dienstleistungen und Lifestyle.

Diversifikation und das Ausweichen auf andere Teilmärkte und Vertriebswege, etwa vom stationären Handel zum Katalog, wird von immer mehr Unternehmen als notwendige Möglichkeit gesehen. Unterstützt wird diese Entwicklung hin zum Versandhandel insbesondere auch durch die neuen Techniken wie Internet. Bestellkarte und Bestellschein sind weitgehend out; an diese Stelle sind Telefon, Fax und Internet getreten. Ein Thema ist für den Versand- und Internethandel gleichermaßen wichtig: Der Distanzhandel erfordert immense Logistikanforderungen, worauf der Versandhandel aufgrund der hohen Erfahrungswerte bestens vorbereitet ist.

Alles in allem sind die Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum des Versandhandels günstig.



3 Fazit

Determinanten der weiteren Entwicklung des Versandhandels - Pro und Kontra -
Rahmenbedingungen, die für eine positive Entwicklung sprechen:   Rahmenbedingungen, die für eine negative Entwicklung sprechen:

• "Kauf rund um die Uhr"

• Stammkundschaft

• Preisniveau und -stabilität

• Bequemlichkeit - Convenience

• Verbesserte Logistikleistungen

• Nutzung neuer Techniken

• Günstige Kostenstrukturen

• Keine Warenprüfungen vorab möglich

• Oft fehlende Sortimentsaktualität

• Retouren

Fazit: Innovative Konzepte und die Nutzungsmöglichkeiten der neuen Informationstechniken wie auch die Konsumenteneinstellung hinsichtlich Convenience lassen die Zukunft des Versandhandels in einem positiven Licht erscheinen. Der Marktanteil des Versandhandels wird bis 2005 auf rund 6 Prozent steigen.





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