Kundenkarten

Für den Kunden sind Kundenkarten primär Ausweise für Bonusprogramme.

Was Kundenkarten erfüllen sollten
(Quelle: Marketing, Service & Management GmbH, Münster und Impulse 3/2001)

Für Handelsunternehmen ergibt sich über Kundenkarten die Möglichkeit, im Rahmen ihres CRM Kundendaten zu sammeln, auszuwerten und für das eigene Marketing zu verwenden.

1. Kartenarten
Die Ausgestaltung von Kundenkarten ist in den letzten Jahren sehr vielfältig geworden. Folgende Kriterien bieten Unterscheidungsmerkmale:

  • Ausgeber:
    Ein Unternehmen
    Ein Unternehmensverband
    Eine Kommune
    Eine Institution
  • Vorteilsfunktion für den Kunden:
    Direkter Rabatt
    Sammeln von Bonuspunkten
    Zusätzliche Dienstleistungen des ausgebenden Unternehmens
    Vorteile bei Partnerunternehmen
  • Bezahlfunktion:
    Ja
    Nein
  • Kundeneinkaufsdatenauswertung:
    Ja
    Nein

2. Beispiele konkreter Nutzenversprechen für den Kunden
Beispiel 1:
Textilhaus Behrens & Haltermann, Itzehoe

3 % Bonus bei jedem Einkauf
Auswahlservice
Zahlungsfunktion
Informationen zu Events
Theaterkarten zu Vorteilspreisen
kostenloser Taxiruf
Lieferservice
Schließfächer
Garderobe
Regenschirmverleih

Beispiel 2:
Knauber Heimwerkermärkte, Bonn

1 – 3 % Bonus bei Einkäufen
Events, Vorführungen, Kurse
Kundenmagazin
Mailings zu
- Sonderverkäufen
- Rabattaktionen
- Workshops
- Veranstaltungen
- neuen Sortimenten

Beispiel 3:
Douglas Parfümerien

Kosten der Karte: 6,00 € p.a.
Bargeldlose Zahlung und Monatsrechnung
Einkaufsgutscheine
Rabattcoupons
Probenversand
Zahlfunktion für Internet-Einkäufe
Kundenmagazin
Beauty-News
Ticket-Service
Reisen
Beauty-Arrangements

Beispiel 4:
Fortuna-Apotheke, Köln

Abspeicherung gekaufter Medikamente mit Überprüfung auf mögliche Wechselwirkungen
Persönliche Arzneimittelrecherche
Jährliche Sammelquittung über Zuzahlungen
Einmaliger Nachweis von Zuzahlungsbefreiung
3 % Sofortrabatt auf nichtapothekenpflichtige Ware
Auf Wunsch Monatsrechnung

Beispiel 5:
Juwelier Nonhoff, Münster

kostenlose Servicekarte
5 % Rabatt auf Reparaturen, Batterien, Lederbänder
Erinnerung an empfohlene Wartungsintervalle
Garantieverlängerung
Bevorzugte Reparaturabwicklung
Keine Portoberechnung bei Einsendung an den Hersteller
Einladungen zu Events
Weihnachtsmagazin

Beispiel 6:
IKEA family Card

kostenlose Mitgliedschaft
Monatlich wechselnde Sonderangebote
Monatliche E-Mail-Angebote
Verlosung von Einkaufsgutscheinen
ROOM-Magazin
Transportversicherung für IKEA-Ware
Einladung zu Events

3. Fazit
Der Effekt der Kundenbindung erfolgt beim Einsatz von Kundenkarten vor allem über den ausgelobten Preisvorteil für den Kunden. Weitere Dienstleistungen können ein VIP-Gefühl beim Kunden schaffen, sofern diese Dienstleistungen nur auf Karteninhaber beschränkt sind. Der Vorteil von Kundenkarten für den Handel liegt neben einer vordergründigen Umsatzbindung mit dem Kunden darin, dass über Kundenkarten Kundenprofile erstellt werden können, die einen sehr zielgerichteten Einsatz aller denkbaren Werbemittel erlauben. Hiermit kann sich das Handelsunternehmen bei Kunden immer wieder mit gezielten Angeboten und Informationen ins Gespräch bringen.

Negativ auf den Einsatz von Kundenkarten kann sich eine mögliche Überflutung mit Karten auswirken, ebenso bestehen auf Kundenseite teilweise Bedenken gegen die dann mögliche Einordnung als „gläserner Kunde“.

Weitere Literatur:
loyality-hamburg, Kundenkarten international-Best Practices
Sandra Schweizer, Kundenkarten und Kundenclubs






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