Innenfinanzierung
Überschüsse und Umschichtungen
Neben den Möglichkeiten der Außenfinanzierung durch
Beteiligung oder Fremdkapital kann sich ein Einzelhandelsbetrieb durch seine
Geschäftstätigkeit und sein Vermögen von innen finanzieren. Die Innenfinanzierung
unterstellt grundsätzlich, dass dem Unternehmen durch Umsätze Mittel zufließen
bzw. dass es über Vermögen verfügt. Der Grad der Innenfinanzierung bestimmt
die Höhe des Eigenkapitals.
1 Cashflow als Grundlage
Die Innenfinanzierung erfolgt durch Einnahmeüberschüsse des Unternehmens selbst, die sich entweder aus dem Umsatzprozess und Rationalisierungsmaßnahmen oder durch Bestandsveränderungen der Vermögenspositionen ergeben. Die Möglichkeiten der Innenfinanzierung lassen sich durch den erweiterten Cashflow überblicken, der alle Einnahmen und Ausgaben zusammenfasst:
Betriebsergebnis vor Steuern ./. Ertragssteuern
= Betriebsergebnis nach Ertragssteuern + Abschreibungen ./. Investitionen + oder ./. Veränderungen des Umlaufvermögens (Vorräte, Forderungen etc.)
+ oder ./. Veränderungen der Rückstellungen = Cashflow (Netto Cashflow) |
2 Einnahmeüberschüsse
Im Prozess der Leistungserstellung werden den Einnahmen die Ausgaben gegenübergestellt. Hier spielen bilanztechnische Hilfsgrößen wie Abschreibungen und Rückstellungen eine Rolle, denn es handelt sich dabei um Kosten, denen keine Ausgabe - also kein Zahlungsvorgang - gegenübersteht.
In diesem Zusammenhang sind auch Rationalisierungsmaßnahmen zu nennen, die die Überschüsse künftig erhöhen und somit geeignet sind, hierfür gegebenenfalls notwendige Investitionen zu decken.
3 Umschichtungen des Betriebsvermögens
Dies kann im einfachsten Fall durch die Veräußerung von nicht betriebsnotwendigen Gegenständen erfolgen (Desinvestition). Es ist aber auch die Möglichkeit denkbar, dass unbelastete Vermögensgegenstände durch Sale-and-lease-back zu einem Nettozufluss führen.
4 Controlling als Voraussetzung
Soweit ein absehbarer Finanzierungsbedarf - von beispielsweise 100.000 Euro - nicht durch vorhandene, flüssige Mittel zu decken ist, lässt er sich deutlich einfacher durch eine Außen- als durch eine Innenfinanzierung steuern. Die Innenfinanzierung künftiger Investitionsvorhaben im Rahmen des laufenden Geschäfts ist dann mit Unwägbarkeiten verbunden, wenn hierfür zum Beispiel künftige Überschüsse eingesetzt werden sollen. Eine verantwortungsvolle Reduzierung des Risikos einer unerwarteten Finanzierungslücke erfordert ein professionelles Liquiditätscontrolling, das einen profunden Finanzplan beinhaltet.
5 Fazit
Einnahmeüberschüsse und Umschichtungen des Betriebsvermögens sind mögliche Formen der Innenfinanzierung. Ein Einzelhandelsunternehmer muss aber immer abwägen, ob eine Außenfinanzierung eventuell vorteilhafter ist. Eine planvolle Innenfinanzierung funktioniert nur mit Controlling.

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Weiterführender Literaturhinweis: Wöhe, Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre. |