Kundenanzahlungen
Kredit vom Käufer
Eine Form der Fremdfinanzierung sind Kundenanzahlungen, die für den Einzelhändler einen kurzfristigen Kredit darstellen.
Bei dieser Finanzierungsart handelt es sich um eine Anzahlung, die durch die volle oder teilweise Bezahlung der Ware vor der Lieferung bzw. Aushändigung an den Kunden zu-stande kommt. Besonders verbreitet sind Kundenanzahlungen im Mittel- und Hochpreis-segment (zum Beispiel Möbeleinzelhandel oder Consumer Electronics) und bei Waren, die extra bestellt werden müssen. Auch bei speziellen, individuellen Leistungen sind Kunden-anzahlungen üblich.
Sie sind in der Bilanz auf der Passivseite gesondert unter den Verbindlichkeiten als „Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen“ auszuweisen (§ 266 III HGB), sie können ge-mäß § 268 V HBG auch offen von dem Posten „Vorräte“ abgesetzt werden.
Der Einzelhändler bezweckt mit Anzahlungen vorrangig die Sicherung des Auftrags. Durch die Anzahlung kann er davon ausgehen, dass der Kunde auch weiterhin an dem bestellten Produkt interessiert ist. Dies ist gerade bei sehr kundenspezifischen Produkten wichtig, da diese nicht anderweitig verwendet werden können. Ein weiterer Vorteil ist die verbesserte Liquidität.