Finanzrentabilität

Lohnender Kapitaleinsatz

Das im Unternehmen eingesetzte Eigen- und Fremdkapital muss rentabel arbeiten, das heißt: für das Eigenkapital muss eine marktgerechte Verzinsung erzielt werden, und die Kosten des Fremdkapitals müssen niedriger sein als der Ertrag aus der Investition. Außerdem muss die Entwicklung der Finanzstruktur überwacht werden.

1 Eigenkapitalquote
Der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital (=Bilanzsumme) zeigt den Grad, in dem sich der Unternehmer bzw. die Kapitalgesellschaft mit eigenem Geld am Unternehmen beteiligt. In Krisenzeiten stehen die Eigenmittel dem Unternehmen zinslos als Puffer zum Ausgleich von Verlusten oder über den Gewinn hinausgehenden (Privat-)Entnahmen zur Verfügung. Eine hohe Eigenkapitalquote stellt eine besondere Sicherheit dar.

Modellrechnung Passivseite der Bilanz

Euro

 %

  Eigenkapital
Langfristiges Fremdkapital
Sonstige kurzfristige Fremdmittel

300.000
400.000
100.000

37,5
50,0
12,5

  Bilanzsumme

800.000

100,0


Eigenkapitalquote = (300.000 x 100) / 800.000 = 37,5

2 Verschuldungskoeffizient
Der Verschuldungskoeffizient wird aus dem Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital ermittelt. Er zeigt auf, wie weit das Fremdkapital durch Eigenkapital gedeckt ist und verdeutlicht die finanzielle Abhängigkeit von fremden Kreditgebern bzw. die Krisenfestigkeit des Unternehmens. Der Verschuldungsgrad ist als überdurchschnittlich positiv anzusehen, wenn das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital günstiger als 1 zu 1 ist.

3 Kapitalrentabilität
Die Kapitalrentabilität ist der Maßstab für den Ertrag des im Unternehmen investierten Eigen- und Fremdkapitals. Sie wird nach Eigenkapitalrentabilität und Rentabilität des Gesamtkapitals getrennt ermittelt. Letztere ist bedeutsamer.

Damit die Aussage dieser Kennzahlen nicht verfälscht wird, muss bei Personengesellschaften die Tätigkeitsvergütung für den / die tätigen Inhaber (= Unternehmerlohn) vom Betriebsgewinn abgezogen werden, da sie nicht in den Personalkosten enthalten ist.

Exkurs: Um eine interne und insbesondere eine externe Vergleichbarkeit für Händler herzustellen, sollte der Unternehmerlohn – gestaffelt nach Anzahl der im Betrieb tätigen und bewerteten Mitarbeitern – vom Institut für Handelsforschung (IfH) übernommen werden, der jährlich für den Einzelhandelsvergleich veröffentlicht wird.

Bei zwei oder mehr tätigen Gesellschaftern wird die Gesamtzahl der beschäftigten Mitarbeiter durch die Anzahl der Gesellschafter dividiert und der Unternehmerlohnansatz dieser Gruppe mit der Anzahl der Gesellschafter multipliziert.

Betriebe mit .. beschäftigten Personen Euro (Jahr 2001)

bis






über

1,4
1,5 bis 3,4
3,5 bis 5,4
5,5 bis 10,4
10,5 bis 20,4
20,5 bis 30,4
30,5 bis 50,4
50,4
31.000 Unternehmenrlohn
41.000
48.000
52.000
64.000
80.000
95.000
115.000
Bei der Berechnung der Eigenkapital-Rentabilität wird das durchschnittliche Eigenkapital aus den beiden letzten Bilanzen durch die Bilanzsumme dividiert.


Bei der Berechnung der Gesamtkapital-Rentabilität wird das Betriebsergebnis um die Fremdkapitalzinsen erhöht.

Mit dieser Kennziffer wird die Frage beantwortet, wie sich das im Unternehmen eingesetzte Kapital verzinst. Die Gesamtkapital-Rentabilität sollte wegen der Risikobehaftung betrieblichen Kapitals deutlich über der Rendite einer alternativen Anlage am Kapitalmarkt liegen. Eine Quote größer als 15 Prozent gilt als hervorragend. Eine befriedigende Quote liegt bei 11 Prozent der Bilanzsumme.


Modellrechnung
Umsatz
Bewertete Mitarbeiter
Tätiger Inhaber
Betriebsergebnis
Unternehmerlohn
Betriebserg. nach Abzug UN-Lohn
Fremdkapitalzinsen

2.000.000 Euro
12,5
1,0
100.000 Euro
64.000 Euro
36.000 Euro
41.000 Euro

100,0 %


5,0 %
3,2 %
1,8 %
2.0 %


Eigenkapital-Rentabilität = (36.000 x 100) / 300.000 = 12 Prozent

Rentabilität des Gesamtkapitals = ((36.000 + 41.000) x 100) / 800.000 = 9,6

4 Kapitalumschlag
Hier wird der Umsatz durch das Eigenkapital (EK) bzw. das Gesamtkapital (GK) dividiert. Diese Kennziffern besagen, wie oft sich das im Unternehmen investierte Kapital im Umsatz umschlägt. Je höher der Kapitalumschlag, um so weniger Betriebskapital wird benötigt und um so geringer sind die Zinskostenbelastungen.

Modellrechnung:
EK-Umschlag = 2.000.000 / 300.000 = 6,67 mal
GK-Umschlag = 2.000.000 / 800.000 = 2,50 mal

5 Return on Investment (RoI)
Beim Return on Investment werden Umsatz, Kapital und Betriebsergebnis miteinander verknüpft.

Alternativ können die beiden Kennziffern Kapitalumschlag und Betriebsergebnis (nach Abzug des Unternehmerlohns) in Prozent vom Umsatz miteinander multipliziert werden.

Modellrechnung:
Kapitalumschlag: 2,5 mal
Betriebsergebnis: 1,8 %
Kapitalrendite = 2,5 x 1,8 = 4,5

Zur Berechnung der Gesamtkapitalrendite werden dem Betriebsergebnis die Fremdkapitalzinsen hinzugerechnet.

Gesamtkapitalrendite =
(2.000.000 / 800.000) x ((36.000 + 41.000) x 100) / 2.000.000 = 2,5 X 3,85 = 9,6

6 Fazit
Bei der Einschätzung der Finanzrentabilität spielen vor allem die Eigenkapitalquote, der Verschuldungskoeffizient, die Kapitalrentabilität, der Kapitalumschlag und der Return on Investment (RoI) eine Rolle.






Regeln

Bilanz-/GuV-Indikatoren

Liquiditätsindikatoren

Finanzrentabilität


Finanzierungsgrundsätze

Finanzierungsquellen

Finanzplanung & -kontrolle

Finanzanalyse

Förderprogramme

Bankbeziehungen


Publikationen & Daten

Sitemap

Kontakt

Kongresse

Newsletter

Impressum


IFH KÖLN RETAIL ALLIANCE






© 2002-2010 IBH RETAIL CONSULTANTS  

 

handelslexikon branchen themen almanach Home