Finanzanalyse
Wirtschaftslage des Betriebs im Visier
Ein Finanzanalyst bedient sich vielfältiger Untersuchungsmethoden, um realistische Aussagen über die wirtschaftliche und finanzielle Lage eines Unternehmens zu gewinnen. Die Ergebnisse aus diesen Analysen liefern gleichzeitig auch die Basisdaten, um Prognosen über die künftige Entwicklung des Unternehmens erstellen zu können.
1 Betriebswirtschaftlich Analyse
Die betriebswirtschaftliche Analyse basiert auf den Daten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Die Bilanz sollte dabei nicht älter als ein halbes Jahr sein. Sie ermöglicht eine Bewertung und Beurteilung des Unternehmens und seines wirtschaftlichen Erfolgs. Die Bilanz beinhaltet aber auch die Grundlagen für unternehmerische Entscheidungen. Grundsätzlich sollten die Bilanzen der drei letzten Geschäftsjahre analysiert und beurteilt werden. Der Zeitvergleich zeigt die absoluten Veränderungen und die Entwicklung der abgeleiteten Kennziffern auf.
Die Bilanzposition „Grundstück und Gebäude“ wird zusätzlich hinsichtlich des Wertansatzes zu prüfen sein, um die dingliche Sicherstellung von langfristigen Fremdmitteln zu gewähren. Letztlich kommt es darauf an, das Risiko der Kreditgeber zu begrenzen. Andererseits sichert die Höhe der verwertbaren Sicherheiten einen weiteren Finanzierungsspielraum, sofern die Beleihungsgrenze noch nicht ausgeschöpft ist.
Die Beurteilung der Finanzstruktur eines Unternehmens wird in der Regel über Kennziffern vorgenommen, wie zum Beispiel die Eigenkapitalquote.
Für die Analyse der Liquidität wird der Liquiditätsgrad berechnet. Die Quote zeigt an, ob die Liquidität als hervorragend oder existenzgefährdend einzustufen ist.
2 Rentabilitätsbetrachtung
Der weitere Schwerpunkt liegt auf der Rentabilitätsbetrachtung. Hier werden die Erlöse, Roherträge und die einzelnen Kostenpositionen untersucht. Die Stärken und Schwächen werden herausgearbeitet. Zur Beurteilung bedient sich der Analyst der Vergleichswerte aus dem entsprechenden Betriebsvergleich und den Benchmarks.
Die Betriebsrendite repräsentiert den Ergebnisbeitrag, den das Kerngeschäft eines Unternehmens liefert. Durch die Berechnung des EBIT (Earning before Interest and Taxes) werden Ergebniseinflüsse durch die Wahl der Rechtsform ebenso ausgeschlossen wie durch die Art der Finanzierung.
3 Andere Faktoren
Neben den rein betriebsorientierten Daten werden relevante außerbetriebliche Informationen wie allgemeine Konjunkturentwicklung, Trends in der Branche und Leistungskennzahlen in die Analysen und Beurteilungen einbezogen. Insgesamt wird also die wirtschaftliche Lage ausführlich und dokumentiert dargelegt.
Neu ist die Dokumentation der zukunftsbezogenen Risiken, die außerhalb der betriebswirtschaftlichen und finanziellen Analysen angesiedelt sind. Das wird vor allem im Zusammenhang mit einem Rating deutlich. Neben der Prüfung der Finanz-, Ertrags- und Vermögenslage sowie der Cashflow-Rate werden zukunftsbezogen vier weitere Komplexe einbezogen:
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Managementqualität: Qualitätsstandard des Managements (Ausbildung, Berufserfahrung, Marketing, geklärte Unternehmensnachfolge), |
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Marktstellung: Günstige Markt- und Branchensituation und -entwicklung, |
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Betriebsorganisation: Rechnungswesen, Warenwirtschaftssystem, Planung, Controlling, |
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Sicherheiten. |
Die Finanzanalyse mit ihren unterschiedlichen Berechnungs- und Betrachtungsweisen kann dabei von
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dem Unternehmen bzw. Unternehmer selbst durchgeführt werden oder |
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externen Personen aus dem Bank- oder Versicherungswesen oder Unternehmensberatern. |
4 Fazit
Für die eigene Analyse kann ein Einzelhandelsunternehmer zurückgreifen auf Finanzierungsgrundsätze (Bilanz- und GuV-Indikatoren, Finanzrentabilität, Liquiditätsindikatoren, Regeln) und Methoden der Finanzplanung und -kontrolle (Grundsätze, Bestandteile des Finanzplans, Finanzplan am Beispiel, Finanzkontrolle).