| Rating | |
| Der Begriff stammt aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum, wo er schon um 1850 für die Bonitätseinstufung von Schuldnern verwendet wurde. Rating ist im weiteren Sinne die Bewertung eines Unternehmens anhand wirtschaftlicher Sachverhalte. Im engeren Sinne wird der Begriff geprägt durch international bedeutende Agenturen, Ratingagenturen, die sich auf die Einstufung von Schuldnern spezialisiert haben. Mittels Buchstabenkombinationen oder Symbolen wird die Fähigkeit von Schuldnern gekennzeichnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie ihren Zahlungsverpflichtungen jetzt und auch in Zukunft nachkommen können.
Bis vor kurzem verfügten nur etwa 30 deutsche Unternehmen über ein international anerkanntes Bonitätssiegel einer Ratingagentur. Die deutschen Kreditinstitute beurteilten bisher die Bonität ihrer Kunden anhand von mehr oder weniger selbst erstellten Kriterien als Grundlage für den zu fordernden Zins. Das wird sich auf Grund von Basel I und Basel II ändern. Der Zusammenhang von Rating mit Basel hat seinen Grund darin, dass dort die Bank für internationalen Zahlungsausgleich sitzt. Diese Bank koordiniert den Ausschuss für Bankenaufsicht, ein Zusammenschluss der Aufsichtsgremien der wichtigsten Industrieländer. Der Ausschuss hatte 1988 einheitliche Kriterien für die Eigenkapitalausstattung international tätiger Banken erlassen. Das war notwendig geworden, um die Risiken von Zusammenbrüchen der Kreditinstitute zu vermindern. In der Richtlinie von 1988, Basel I, wurde ein einheitlicher Satz von 8% des Kreditvolumens an Eigenkapital gefordert. Das würde dazu führen, dass Unternehmen mit guter Bonität in dieser Hinsicht genauso wie notleidende Unternehmen behandelt werden. Das erwies sich als Schwachstelle. Mit Basel II ging man zu einer differenzierten Berücksichtigung der Risiken über und ließ nach Interventionen des Mittelstandes statt des geforderten externen Ratings, das hohe Kosten verursacht, auch das bankeninterne Rating zu. Lt. Basel II soll es auch keine groben Risikoklassen mehr geben, sondern Kreditrisikomodelle mit einer Vielzahl von Kategorien. Mittelfristig ist abzusehen, dass es bis auf wenige Ausnahmen keine Kredite von Banken mehr ohne ein irgendwie geartetes Rating geben wird. Für kreditsuchende Einzelhandelsunternehmen ist es daher wichtig, die Kriterien des Rating zu kennen, um sich darauf einzustellen. Auch ein externes Rating kann sinnvoll sein, da es nicht nur eine Bonitätseinstufung bewirkt, sondern auch ggf. betriebliche Schwachstellen aufdeckt, deren Beseitigung die Stellung des Unternehmens insgesamt verbessert. Basel II soll 2006 in Kraft treten. Die Kreditinstitute orientieren sich aber bereits jetzt daran. Die BBE Unternehmensberatung in Köln hat mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie die Studie „Rating im Handel“ erarbeitet, die einheitliche Ratingkriterien für Handelsunternehmen, einschließlich eines EDV-Programmes zur Selbsteinschätzung von Handelsunternehmen, vorstellt. |
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