Datenspeicherung, Datensicherung
Die fortschreitende Digitalisierung erzeugt zunehmenden Bedarf an Datenspeicherung. Der moderne Mensch nutzt digitale Medien zum Speichern eigener und kommerziell produzierter Daten (etwa PC-Software oder Spielfilme auf DVD), was eine stetig wachsende Nachfrage nach Möglichkeiten zur Lagerung auslöst. Allein der geschätzte Bedarf an Speicherplatz für die Daten der medizinischen Diagnostik beträgt einige zehn Petabyte (Millionen Gigabyte). Würde man diese Daten auf Compact Disc speichern, wäre ein Stapel von zehn Millionen Discs mit einer Gesamthöhe von über zehn Kilometer und einem Gewicht von über 160 Tonnen nötig.
Viele Nutzer von PCs gehen mit unglaublicher Nonchalance an die Arbeit. Datenspeicherung wird zwar noch betrieben, weil der Rechner kontinuierlich dazu auffordert, aber Datensicherung so lange nicht, bis es zu spät ist. Plötzlich sind wichtige Daten weg. Unwiderruflich. Die lakonische Antwort könnte dann lauten: Stellen Sie doch bitte die letzte Datensicherung wieder her.
Die regelmäßige Sicherung des Datenbestandes zählt normalerweise zu den wichtigsten Aufgaben eines Systemverwalters. Ein Verlust von Daten kann verschiedene Ursachen haben: Hardwareausfall, Softwarefehler, Fehlbedienung oder Schadsoftware wie Viren. Nach Murphy's Law passiert es jedoch immer dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Glück für denjenigen, der durch eine besonnene Strategie der Datensicherung den Schaden in Grenzen halten kann.
Die Frage bleibt, wie Backups oder Archive so organisiert werden können, dass jederzeit der aktuelle Datenbestand der Festplatte als Kopie auch extern gespeichert ist. Ein Archiv ist mithin ein wie auch immer gearteter Daten-Container, der aufbewahrt wird, um genau auf diese Daten irgendwann wieder zugreifen zu können. Archive legt der User an, um momentan nicht benötigte Daten entweder von der Festplatte zu verbannen oder um sie von einem Rechner auf einen anderen zu übertragen.
Beim „Backup“ sind andere Überlegungen von Bedeutung: Es wird ein bestimmter Systemzustand aufgezeichnet. Dabei geht es weniger um die konkreten Inhalte einer Datei, sondern um Konfigurationen (etwa des Mail-Programms) und ähnliche komplexe Einstellungen und Daten, die vor dem Backup entweder als „wichtig“ oder als „unwichtig“ kategorisiert wurden.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Backups: Das volle Backup sichert stets den kompletten Bestand an Daten, während das inkrementelle Backup nur Daten archiviert, die innerhalb einer bestimmten Periode modifiziert wurden. Üblicherweise steht dabei die Periode für den Zeitraum seit der letzten Sicherung zur neuen Sicherung an.
Ein volles Backup dauert ziemlich lange (die Sicherung erfolgt meist auf ein Bandmedium) und ist deshalb weniger für den täglichen Einsatz geeignet, weswegen in der Praxis meist eine Mischform aus voller und inkrementeller Datensicherung vorgenommen wird. Hierbei wird zu einem Zeitpunkt der komplette Datenbestand gesichert und nachfolgend - in regelmäßigen Abständen - archiviert man nur die modifizierten Daten. Bedenken sollte man jedoch immer, dass ein Festplattenfehler auch während der Aufzeichnung eines Backups auftreten kann. Deshalb kann das Überschreiben der aktuellen Sicherungskopie fatale Folgen haben.
Wohin mit den Daten?
Zunächst ist wichtig, dass die Speicherkapazität des Backupmediums dem Datenvolumen, das zur Aufzeichnung kommen soll, ungefähr entsprechen muss. Ein volles Backup könnte man durchaus auf den alten 3,5-Zoll Disketten vornehmen, jedoch würde jeder wohl sehr schnell des ewigen Wechselns überdrüssig. Und: Die Diskette selbst kann schon Ursache von Datenverlusten sein. Wer kennt schließlich nicht die Meldung, dass ein bestimmter Sektor nicht gelesen werden kann.
Waren ehedem die Band-Medien für einen Streamer die preiswerteste Alternative zu aufwändigeren Backup-Geräten, so geht heute nichts über eine externe Festplatte. Dem eigenen System für die Datensicherung wieder eine eigene Platte zu spendieren, ist sicherlich auf den ersten Blick befremdlich, jedoch ist Festplattenspeicher inzwischen die preisgünstigste Variante zur Datenspeicherung. Weiteres Plus für das Handling: Zügiger Zugriff.
Während sich normale CD-ROMs oder DVDs wegen der einmaligen Beschreibbarkeit eher als Medium zur reinen Archivierung eignen, kann die CD-RW und vor allem die DVD-RW bequem für die alltägliche Datensicherung eingesetzt werden. Dabei sollte allerdings ein konsequentes System bzw. eine „Backup-Strategie“ verfolgt werden, denn es macht wenig Sinn, einfach und aufs Geratewohl Daten zu speichern und zu sichern.
Nota bene: Umfangreiche Backups, welche die Kapazität einer einzelnen CD-ROM oder DVD übersteigen, erfordern die Anwesenheit des Administrators. Sprich: Wer seine Daten sicher für alle Eventualitäten machen will, muss auch täglich oder zumindest einmal wöchentlich ein wenig Zeit für sie opfern. Wer das nicht will, greift auf den Fachbetrieb als externen Dienstleister zurück, der diese Aufgabe übernimmt und für die Datensicherung gerade steht. Hierbei ist oft nicht einmal mehr die körperliche Präsenz erfrorderlich. Über Remote-Zugriff oder Virtual Private Networks (VPN) kann die Sicherung der Daten überwacht werden. Je nach Kapazität der vorhandenen Datenleitung kann die Sicherung und / oder Speicherung der Daten auch vollständig extern, sprich beim Dienstleister, erfolgen.