Komprimieren

Datenmengen reduzieren

Speicherkarten, die bereits nach wenigen Bildern voll sind, erweisen sich als großes Ärgernis für den Digitalfotografen. Das gilt in gleicher Weise für mit Bildern versehene Websites, die sich auf dem Bildschirm außerordentlich langsam aufbauen. Wenn der Ausweg, auf die Bilder zu verzichten, um Speicherplatz oder Downloadzeit zu sparen, verworfen wird, bleibt nur der Weg einer Verminderung des Speicherplatzbedarfs. Die Zauberformel lautet Komprimierung, wobei dieser Trick ein zweischneidiges Schwert ist: Will man eine deutliche Verringerung der Datenmenge erreichen, so muss man unter Umständen Verluste bei der Bildqualität in Kauf nehmen.

1 Missverständnisse ausräumen
In der Regel dürfte es besser sein, ein Bild mit etwas geringerer Detailqualität auf der Speicherkarte oder Website zu haben, als auf ein Motiv komplett zu verzichten. Dennoch: Der gesamte Bereich der Komprimierung ist in der Anwendergemeinde noch mit zahlreichen Fehlinformationen und Missverständnissen behaftet. Nicht selten hört man beispielsweise die Meinung, das Gif-Format sei die Ideallösung für Internet-Bilder; und auf vielen, sogar kommerziellen Websites findet man umfangreiche Galerien mit Gif-Dateien, die die Nerven des Surfers durch schier endlose Ladezeiten auf die Probe stellen. Andere wiederum glauben, dass man mit dem (stark komprimierenden) JPEG-Format niemals ein qualitativ optimales Digitalfoto erzeugen kann - beide Annahmen sind falsch.

2 Möglichkeiten und Grenzen der Komprimierung

Aus der herkömmlichen Fotografie ist nur ein Verfahren bekannt, die Bildinformation mit geringerem „Speicherplatzbedarf“ zum Beispiel in einem Fotoalbum abzulegen: indem das Bild in einem kleineren Format ausbelichtet wird. In der digitalen Fotografie gibt es diesen zunächst naheliegenden Weg der Formatverkleinerung auch. Allerdings bieten sich in der digitalen Welt schlagkräftige Alternativen zur dieser Radikalkur an, bei der auch feine Details des Motivs möglicherweise nicht mehr sichtbar wären. Komprimierung heißt daher
keine Reduzierung der Bildgröße (in Zentimetern oder Pixel gemessen), aber gleichzeitig eine
deutliche Senkung der Dateigröße.

Vergleichen könnte man dies mit einer Situation aus der klassischen Fotografie: Man möchte ein 20 mal 30 Zentimeter großes Foto in einen kleineren Umschlag packen, um es per Post zu versenden. Faltet man es einmal, so mag dies für den Empfänger noch akzeptabel sein; faltet man es jedoch zehnmal, damit es in ein besonders portogünstiges Kuvert passt, so hat man zwar bei den Briefmarken gespart, die Bildqualität allerdings dürfte beim Auspacken wenig Vergnügen bereiten.

Eine naheliegende Lösung dürfte den Lesern klassischer Comics bestens vertraut sein. Sie besteht in der Verminderung der genutzten Farbvariationen - rein theoretisch gibt es unendlich viele Schattierungen und Abstufungen - auf eine strikt begrenzte, fest definierte Zahl von Farben. Darüber hinaus haben sich findige Köpfe weitere Komprimierungsverfahren einfallen lassen und sie über mathematische Algorithmen für die Fotografie nutzbar gemacht. Sie haben heute in den „Elektrogehirnen“ der Digitalkameras, aber auch in den Auswahlmenüs vieler Bildbearbeitungs- und Spezialprogramme Einzug gehalten.

Das Wissen um die verschiedenen Komprimierungsmöglichkeiten gehört zum „Handwerkszeug“ all jener, die sich mit digitalen Bildern beschäftigen. In den jeweiligen Unterkapiteln sollen die verschiedenen Formate vorgestellt, ihre Vor- und Nachteile präsentiert und Informationen zu ihrem Einsatz gegeben werden. Auch Links zu anderen Websites, die entsprechende Tipps und Hintergrund-Infos anbieten und oft auch kostenlose Komprimierungssoftware bereit halten, fehlen nicht.






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