Einzelhandelsstrukturen

Die deutschen Verbraucher haben im letzten Jahr mehr und mehr den Glauben in die Zukunft verloren. Nichts verdeutlich dies besser als ein Blick auf die Einzelhandelstrukturen. Hatte das 3. Quartal 2002 mit dem leicht beschleunigten Zuwachs des verfügbaren Einkommens noch ein wenig Hoffnung aufkeimen lassen, hat sich der Spielraum der Arbeitnehmer für mehr Konsum in der Folgezeit nicht erweitert. Das Jahr 2002 hat mit einem nominellen Umsatzverlust in Höhe von 2,5 % geendet. D.h., die Einzelhandelsumsätze sind auf das Niveau von 1992 gedrückt worden.

Diese Zahlen und auch die Prognosen für 2003 lassen eine Fortsetzung des Strukturwandels mit der Schließung von Facheinzelhandelsgeschäften oder auch von zahlreichen Filialen. Bis zu 10000 Pleiten hat man für 2002 errechnet. Die Reaktionen auf die deutlichen Umsatzrückgänge sind beispiellose Rabattkämpfe, die wiederum die klein- und mittelständischen Unternehmen nicht mittragen können. Dort ist nicht „Geiz ist geil“, sondern eher Ideenreichtum und Service gefragt. Und dies ist keineswegs eine Frage von „Groß oder Klein“, sondern eher von „Schnell oder Langsam“ beziehungsweise von „Gut oder Schlecht“. Für den Strukturwandel kommt erschwerend die zunehmende Globalisierung und Internationalisierung hinzu. Denn die fortschreitende Konzentration der Handelsunternehmen über Grenzen hinweg lässt die deutschen Firmen derzeit weniger als „Jäger“ als vielmehr „Gejagte“ sein. Man muss aber nicht immer die Globalisierung bemühen, auch auf dem deutschen Marktplatz werden völlig neue Anbieter mit völlig neuen Branchenkonzepten zum Strukturwandel beitragen, der die Betriebsformen in unterschiedlichem Maße treffen wird. Der Facheinzelhandel wird weiter stark unter dem Wettbewerbsdruck leiden. Hier kann in erster Linie eine Nischenpolitik mit deutlichem Qualitäts- und Serviceanspruch helfen. Daneben muss er selektiv seine preisliche Attraktivität nachweisen, die er bei einigen Sortimenten durchaus besitzt. Über eine bessere kommunikative Umsetzung des Preis-Marketings verfügen die Fachmärkte. Profitiert haben diese zugleich von den Kompetenzschwierigkeiten der SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte im NON-FOOD-Sortiment. Deren Wachstumsraten sind in den letzten Jahren deutlich flacher geworden. Gleiches gilt trotz Imageaufwertung durch Erlebniswelten auch für die Kauf- und Warenhäuser. Zu den Erfolgreichen unter den Betriebsformen gehören mehr denn je die Discounter wie auch der Versandhandel, der nicht zuletzt durch E-Commerce wesentliche Impulse erhalten hat. Jeder Händler muss sich die Frage stellen, ob die wichtigen Leistungsmerkmale noch auf die eigene Betriebsform zutreffen oder ob die Vorteile bei anderen Vertriebsformen liegen. Discount, Erlebnis und Convenience werden mit Sicherheit weitere neue Betriebstypen hervorbringen.






Einzelhandelsumsätze

Einzelhandelsentwicklung

Betriebswirtschaftliche Kennziffern


Bestimmungsfaktoren Privater Verbrauch

Entwicklung der Konsumausgaben

Einzelhandelsstrukturen

Informationsquellen


Publikationen & Daten

Sitemap

Kontakt

Kongresse

Newsletter

Impressum


IFH KÖLN RETAIL ALLIANCE






© 2002-2010 IBH RETAIL CONSULTANTS  

 

handelslexikon branchen themen almanach Home