Raumleistung / Mietkosten / Mietspiegel

Das bundesweit schlechte Konsumklima ist nicht ohne Auswirkungen auf die Neuvertragsmieten für Ladengeschäfte geblieben. Während  sich die Ladenmieten in den Top-Lagen der großstädtischen 1a-Standorte weiterhin auf hohem Niveau bewegen, sind Läden in 1b-  und in Nebenkernlagen zurzeit sehr günstig anzumieten. Auf diese Entwicklung wies der Immobilienverband Deutschland (IVD) hin, der die aktuellen Ladenmieten in den Geschäfts- und Nebenkernen von 260 deutschen Städten erhoben hat.

Danach hat sich das Einzelmietniveau in den Städten mit über 500.000 Einwohnern weiter differenziert. So erreicht das Mietniveau in den 1b-Lagen großstädtischer Geschäftskerne nur etwa 22 Prozent der im 1a-Bereich beobachteten Mieten. Hier werden für kleinere Läden bis 60 m2 Mieten von knapp 140 Euro/m2 und für größere Ladenflächen rund 91 Euro/m2 bezahlt. In den 1b-Lagen der Geschäftskerne liegen dagegen die Mieten bei knapp 31 Euro für kleinere und 18,80 Euro für größere Ladenflächen. Noch größer wird der Abstand in den 1b-Lagen der großstädtischen Nebenkernlagen, wo sich mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 11,20 Euro für kleine und 8,10 für große Läden das Mietpreisniveau der Größenordnung von Mieten für Lagerflächen oder Wohnungen angenähert hat.

Im deutschen Gesamtdurchschnitt liegt der Quadratmetermietpreis für einen Laden in 1a-Lage momentan bei 42 Euro (bis 60 m2) und 30 Euro (ab 100 m2). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von 3,1 beziehungsweise 4,3 Prozent.
Im Regionalvergleich schließen die Einzelhandelsvermietungen im Süden am höchsten ab. Kleine Ladenflächen wurden hier für knapp 50 und große Flächen für rund 35 Euro/m2 vermietet. An zweiter Position stehen die Mieten im westdeutschen Regionalbereich mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 47 und 31 Euro/m2. Erheblich niedriger liegen die Mieten in den norddeutschen Ländern mit 35 und 25 Euro/m2. Am Ende der Skala stehen die Mieten in den ostdeutschen Städten mit knapp 30 für kleine und 20 Euro/m2 für größere Läden in 1a-Lagen.

Als eine Ursache für die nach wie vor hohen Preise an den Top-Standorten der Innenstädte nennt der IVD die zunehmende Präsenz der Flagship-Stores und deren Bereitschaft, Zuschläge für einen herausragenden und damit für die Gesamtmarke werbewirksamen Standort zu bezahlen.

Die Mietrückgänge in den 1b- und Nebenkernlagen sind nach Ansicht der IVD-Marktexperten auf den Strukturwandel im Zusammenhang mit großflächigen Billiganbietern zurückzuführen. So ist im Bereich der Unterhaltungselektronik, Kleinelektronikgeräte und Haushaltselektrik die klassische Kombination von Handwerksbetrieb und Ladengeschäft immer mehr auf dem Rückzug. Auch kleinere Fachhandelsbetriebe werden von den Groß-Discountern zunehmend verdrängt. Selbst aus den 1b-Lagen der Innenstädte ist der Lebensmittel-Einzelhandel bis auf einzelne Großfilialisten nahezu vollständig verschwunden.

Der IVD registriert allerdings derzeit auch einen gegenläufigen Trend: die Expansion von Einkaufszentren findet nicht mehr auf der grünen Wiese, sondern immer mehr im innerstädtischen Kernbereich statt.

 

Aktuelle Ladenmieten (Neuvertragsmieten) 2002
Monatsmiete, netto-kalt, Euro je m² ebenerdiger Ladenfläche - Erfassungszeitraum 2.Quartal 2002
Städte unter 500.000 EW
 

Geschäftskern 1a-Lage

 

Geschäftskern 1a-Lage

  bis ca.60m² ab ca.100m²   bis ca.60m² ab ca.100m²
Augsburg 60 35 Kassel 56 46
Bad Homburg 51 36 Kiel 80 58
Baden-Baden 64 56 Konstanz 49 38
Bamberg 51 40 Leverkusen 30 20
Bielefeld 66 46 Lingen/Ems 41 20
Bochum 67 48 Mainz 45 36
Bonn 102 77 Mannheim 77 60
Bottrop 45 33 Mönchengladbach 50 35
Braunschweig 95 51 Münster 113 85
Bremerhaven 30 20 Nienburg/Weser 26 20
Celle 28 26 Oberhausen 59 39
Erfurt 60 40 Oldenburg 55 39
Flensburg 50 30 Pirmasens 20 15
Freiburg/Br. 88 65 Potsdam 30 25
Gera 33 23 Saarbrücken 90 75
Gelsenkirchen 46 35 Schwerin 30 20
Gotha 11 8 Tübingen 25 20
Heidelberg 60 50 Wiesbaden 77 72
Jena 35 26 Wilhelmshaven 25 23
Kaiserslautern 66 46 Wuppertal 77 56
Karlsruhe 100 60 Würzburg 122 94
Quelle: BBE, Köln. Nach Zahlen des RDM, Hamburg
Aktuelle Ladenmieten (Neuvertragsmieten) 2002
Monatsmiete, netto-kalt, Euro je m² ebenerdiger Ladenfläche - Erfassungszeitraum 2.Quartal 2002
Städte über 500.000 EW
 

Geschäftskern 1a-Lage

 

Geschäftskern 1a-Lage

  bis ca.60m² ab ca.100m²   bis ca.60m² ab ca.100m²
Berlin/Ostteil 70 50 Frankfurt 205 184
Berlin/Westteil 100 71 Hamburg 115 75
Bremen 100 50 Hannover 143 79
Dortmund 165 120 Köln 195 105
Dresden 60 35 Leipzig 83 50
Duisburg 60 45 München 155 140
Düsseldorf 178 118 Nürnberg 109 73
Essen 175 95 Stuttgart 140 100
Quelle: BBE, Köln. Nach Zahlen des RDM, Hamburg
Raumkosten von Filialbetrieben
 

Umsatz je Betrieb in Tsd. €

Miete in % vom Umsatz

Raumkosten insgesamt in % vom Umsatz

  SBG SM Disc. gesamt SBG SM Disc. gesamt SBG SM Disc. gesamt
1990 1.769 4.414 n.v. 3.517 2,3 3,5 n.v. 3,1 4,0 4,7 n.v. 4,5
1995 1.650 3.635 2.420 3.230 3,7 4,9 3,4 4,6 5,4 6,3 4,5 6,0
1996 1.552 3.499 2.407 3.135 3,6 5,2 3,5 4,8 5,2 6,8 4,5 6,2
1997 1.886 3.936 2.124 2.175 3,8 4,9 3,1 4,3 5,4 6,4 4,2 5,7
1998 1.804 3.824 2.133 3.112 3,9 4,8 3,5 4,3 5,6 6,2 4,5 5,6
1999 1.672 3.708 2.109 3.081 4,5 4,7 3,6 4,4 6,3 6,2 4,6 5,8
2000 1.698 3.685 2.177 3.145 4,2 4,8 3,8 4,5 6,1 6,3 4,8 5,9
2001 1.537 3.626 2.211 3.137 4,6 5,1 3,8 4,7 6,6 6,7 4,8 6,3
2002 1.334 3.626 2.328 3.233 4,9 5,0 3,9 4,7 7,0 6,6 4,9 6,2
SBG = kleine SB - Geschäfte bis 399 qm Verkaufsfläche. SM = Supermärkte. Disc. = Discounter
n.v.: nicht vorhanden
Quelle: BBE, Köln. Nach Zahlen des EHI, Köln





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Raumleistungen / Mietkosten / Mietspiegel

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