| Lebensform & -einstellung
Der Kunde – das flüchtige Wesen. So könnte man die heutigen Lebensformen und Lebenseinstellungen kurz und prägnant beschreiben. Die Ängste vor Unwägbarkeiten sind auch beim Umgang miteinander deutlich spürbar. Die wachsenden Freiheiten in der Lebensgestaltung werden von der Bevölkerung heute zwar genutzt, aber nicht immer als positiv gesehen. Die Kommunikation miteinander wird über die neuen Medien immer zeitintensiver, jedoch in der Regel auch oberflächlicher. Trotz mehr Informationen erfährt man von den anderen Menschen immer weniger. Persönliche Bindungen werden eingegangen und ebenso schnell wieder aufgelöst, wenn Unverträglichkeiten festgestellt werden. Der Lebensabschnittspartner wird zum vorherrschenden Modell einer Partnerschaft. Insgesamt folgen aber die Verhaltensweisen des Zusammenlebens in der Gesellschaft weiterhin den traditionellen Strukturen. Sie geraten aber zunehmend in Konflikte mit den veränderten wirtschaftlichen und demographischen Bedingungen. Dass das Verhalten der Menschen immer beliebiger wird, vergrößert die wachsende Unsicherheit und auch Spannungen zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Unsicherheiten und die Suche nach Orientierungen fördern den Rückzug in das Private sowie die Abhängigkeit von wechselnden Angeboten. Positiv für den privaten Verbrauch, insbesondere für die Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern, wirkt die Zunahme der Zahl der Privathaushalte, die zum Teil auch ein Ergebnis der höheren Lebenserwartung ist. Der Trend zur Kleinfamilie und geringerer Kinderzahl hält an. Die Zahl der Mehrpersonenhaushalte mit Kindern ist nur noch unwesentlich größer als die Zahl der kinderlosen Mehrpersonenhaushalte. Auf der anderen Seite ist die Zahl der „untypischen Familien“ recht groß. 1998 gab es fast 2 Mio. nichteheliche Lebensgemeinschaften.
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