Finanzielle Lage der Privathaushalte

Die Erwerbstätigkeit stellt seit je her die Hauptquelle für die Beschaffung finanzieller Mittel dar. Nur unterliegt die Erwerbsarbeit derzeit heftigen Veränderungsprozessen. Teilzeitarbeit, befristete Arbeitsverträge, Leiharbeit, Ich-AG und Honorararbeit werden intensiviert werden, ja immer mehr Arbeitnehmer werden parallel für mehrere Arbeitnehmer tätig sein müssen. Die Arbeitsverhältnisse werden weniger durch Kontinuität geprägt sein, sondern häufig werden sich Phasen der Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit abwechseln. Gleichzeitig werden Feierabend und Wochenende nicht mehr den Lebensrhythmus prägen können. Die abnehmende Beschäftigung sorgte für einen realen Rückgang des verfügbaren Einkommens in 2001, wie auch die übrigen Primäreinkommen der privaten Haushalte wie Zinsen, Dividenden oder Pachteinkommen erstmals seit 1993 rückläufig waren. Zugenommen haben auf der anderen Seite die monetären Sozialleistungen, die allerdings nicht zu einer Konsumerhöhung geführt haben. Deutlich ist die Altersvorsorge als Sparmotiv in den Vordergrund gerückt worden. Einher mit der Erhöhung der Sparquote ging eine deutliche Verminderung der Kreditnachfrage. Als positiv darf der Rückgang der Verschuldung der privaten Haushalte gesehen werden, die in Finanzkreisen aufgrund der Langfristigkeit der Kredite ohnehin nicht als größeres Risiko für die Konsumausgaben eingestuft wird. So werden die Haushaltskredite weiterhin dominiert durch die Wohnungsbaukredite, die etwa drei Viertel der Kredite an wirtschaftlich unselbständige Personen ausmachen. In der Gesamtheit wurde für 2001 ein Vermögen der Privathaushalte in Höhe von 9433 Billionen Euro errechnet. Fast 50 % entfallen auf das Immobilienvermögen, 40 % auf das Geldvermögen und rd. 10 % auf das Gebrauchsvermögen. Der Wert des Geldvermögens hat sich im Zeitraum 1992 bis 2002 um 78,8 % erhöht. Die Bürger besitzen darüber hinaus beträchtliche Forderungen gegenüber den Sozialversicherungen. Diese haben insofern Vermögenscharakter, da sie rechtlich verbindlich zugesagt sind. So beträgt der Kapitalwert der geschuldeten Rentenzahlungen und Rentenansprüche das 3,5fache des deutschen Bruttoinlandsproduktes.






Verfügbares Einkommen der Haushalte

Einnahmen ausgewählter Haushaltstypen

Geldvermögen der Privathaushalte

Entwicklung des Erbschaftsvolumens

Verschuldung der Haushalte

Sparen

Schichtung des monatl. Netto-Einkommens nach Stellung im Erwerbsleben


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