Seit Jahren ist der Arbeitsmarkt durch ein Ungleichgewicht von Nachfrage und Angebot gekennzeichnet. Insbesondere die Wiedervereinigung mit dem Übergang von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft in den neuen Bundesländern ging beschäftigungsmäßig nicht problemlos vonstatten. Arbeitslosigkeit bedeutet Einkommensverluste und damit einhergehend Konsumverzicht. Insgesamt gesehen war die Erwerbstätigkeit in 2002 erneut rückläufig. Hierfür haben Vorruhestandsmaßnahmen ebenso beigetragen wie eine verminderte Erwerbsneigung innerhalb der Gruppe der älteren Erwerbstätigen. In Westdeutschland war der Rückgang noch vergleichsweise moderat, da eine Beschäftigungszunahme im Dienstleistungsbereich kompensierend wirkte. Die demographischen Effekte, wozu die stärkere Erwerbsneigung der Frauen zählt, haben in den neuen Bundesländern keine größeren aktuellen Auswirkungen. Hier fallen vielmehr die Abwanderungen von Arbeitnehmern ins Gewicht. Innerhalb der Arbeitslosenstrukturen zählen die Frauen allerdings nach wie vor neben den Jungen, den Alten, den Ausländern und Behinderten zu den „Problemfällen“, da sie schwerer vermittelbar sind. Die Schwierigkeiten einer Vermittlung erhöhen sich dann, wenn eine geringe berufliche Qualifikation vorliegt. So hatten Anfang 2001 fast 40 % der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die veränderte Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in Verbindung mit veränderten Produktionsverfahren hat zu einer erheblichen Umverteilung der Erwerbstätigen innerhalb der Wirtschaftssektoren geführt. War noch vor einhundert Jahren jeder zweite Erwerbstätige in der Land- oder Forstwirtschaft, im Bergbau oder in der Fischerei beschäftigt, so gilt dies heute nur noch für jeden 37. Beschäftigten. Wesentlich bedeutsamer ist allerdings die starke Zunahme der Erwerbstätigkeit im Dienstleistungssektor, der den Produktionsbereich inzwischen beschäftigungsmäßig weit hinter sich gelassen hat. Gefördert wird dieser Trend auch durch die geleistete Arbeitszeit, die in den letzten Jahren ständig reduziert wurde. Der Spielraum für Freizeit und affine Dienstleistungen hat sich vergrößert. Aber nicht nur die Privathaushalte geben mehr Geld für Freizeitaktivitäten aus, sondern auch die öffentlichen Haushalte lassen sich jährlich rd. 5,4 Mrd. Euro für Sport und Erholung kosten.